Was war denn da los? Beim Biathlon-Massenstart der Olympischen Winterspiele in Antholz rieben sich Zuschauer, Kommentatoren und selbst Betreuer ungläubig die Augen: Rund 50 Meter vor der Ziellinie stoppten plötzlich drei Athleten!
Chancenlose Athleten geben plötzlich Gas
Das Rennen der Männer am Freitag, 20. Februar, war eigentlich längst entschieden, da lieferten drei Biathleten den Zuschauern noch eine unerwartete Showeinlage.
Der Franzose Fabien Claude, Nicola Romanin aus Italien und der US-Amerikaner Campbell Wright stoppten einfach 50 Meter vorm Ziel und blieben im Schnee stehen. Weit abgeschlagen hatten die drei keine Chance mehr auf eine Top-Platzierung oder gar eine Medaille, offiziell war der Wettbewerb schon fünf Minuten lang beendet.
Fabien Claude, Nicola Romanin und Campbell Wright (v.l.) kämpften verbissen um die Plätze 27 bis 29.Franck Fife/AFP
Athleten wollten Abschluss des Rennens genießen
Die drei Sportler blickten sich kurz an, dann legte das Trio aus dem Stand einen überraschenden Endspurt hin. Verbissen kämpften sie um die Plätze 27 bis 29. Die Fans, die noch im Stadion waren, feierten die spontane Einlage begeistert. „Wir wussten, dass wir weit hinten waren, und haben uns gesagt, dass wir diesen letzten Teil einfach nochmal genießen“, sagte Campbell Wright zum Show-Schlusspurt später. Mit einem Grinsen fügte er hinzu: „Ich habe sogar den Sprint verloren, so ein Scheiß.“ Das Rennen um Platz 27 gewann Fabien Claude.
Sportlich ging der Sieg im regulären Wettkampf an Johannes Dale-Skjevdal aus Norwegen, der mit fehlerfreiem Schießen und starkem Lauf Gold holte. Silber sicherte sich sein Teamkollege Sturla Holm Lægreid. Bronze gewann der Franzose Quentin Fillon Maillet, der auf den letzten Metern noch am Deutschen Philipp Horn vorbeizog.
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