Es war ein Zittersieg. Angeführt von einem überragenden Torhüter Andreas Wolff hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft auch ihr zweites Spiel in der Hauptrunde gewonnen. Die DHB-Auswahl setzte sich am Samstag in der Jyske Bank Boxen in Herning gegen Norwegen mit 30:28 (15:17) durch.
Mit dem Sieg gegen die Skandinavier hat Deutschland einen großen Schritt in Richtung Halbfinale gemacht und kann weiter vom Kampf um die Medaillen hoffen. Deutschland führt die Hauptrundengruppe I nun mit 6:0 Punkten an.
Gislason verzichtet auf Langhoff von den Füchsen Berlin
Gislason hatte vor der Partie eine Änderung an seinem Spieltagskader vorgenommen. Rückraumspieler Matthes Langhoff von den Füchsen Berlin musste weichen. Für ihn kehrte Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen), der gegen Portugal überraschend gestrichen wurde, in den Kader zurück.
Zudem blieb erneut Rechtsaußen Mathis Häseler draußen, der auch schon gegen Portugal nur die Zuschauerrolle inne hatte.
Torwart Andreas Wolff hält DHB-Auswahl im Spiel
Die deutsche Mannschaft tat sich zu Beginn des Spiels vor allem im Angriff schwer. Viele technische Fehler und Unkonzentriertheiten beim Abschluss führten dazu, dass das Team zwischenzeitlich mit 3:7 (12.) hinten lag. Hätte Torwart Andreas Wolff (THW Kiel) nicht trotzdem einen Sahnetag erwischt, wäre der Rückstand noch größer gewesen. Nach der ersten Halbzeit hatte er bereits elf Paraden.
Die DHB-Auswahl bewies aber Moral: In der 17. Minute war es Kohlbacher, der für den 8:8-Ausgleich sorgte. Bis zur Pause konnte sich keine Seite mehr entscheidend absetzen, sodass es mit einem knappen 15:17-Rückstand in die Pause ging.
In der Schlussphase vergab Nils Lichtlein (Füchse Berlin) einen Siebenmeter und Juri Knorr (Aalborg Handbold) eine aussichtsreiche Chance. In beiden Fällen war Norwegens Schlussmann Torbjörn Bergerud (Wisla Plock) nicht zu überwinden. „Wir können uns das nicht erklären. Ich glaube, wir sind alle bisschen überrascht, wie es jetzt ist“, sagte Lichtlein im ZDF zur Pause über die eigene Leistung.
Wolff zeigt Weltklasse-Leistung gegen Norwegen
Die erhoffte Leistungssteigerung blieb nach der Pause bei der deutschen Mannschaft zunächst aus. Die Fehler häuften sich, im Abschluss war man weiter viel zu ungenau. Nur Wolff zeigte eine Weltklasse-Leistung und war der Garant dafür, dass es trotzdem 19:19 (40.) stand.
Das jedoch schien wie eine Initialzündung zu sein. Nach einem Treffer von Marko Grgic (SG Flensburg-Handewitt), der bei dieser EM bisher wenig überzeugen konnte, führte das DHB-Team mit 24:21 (48.).
Danach war Deutschland spielbestimmend und brachte den Vorsprung ins Ziel. Wolff war von den Norwegern kaum noch zu überwinden. Am Ende kam er auf 22 Paraden.


