Es war ein Schock für Stefan Mross: Als ihm zwei ARD-Senderbosse das Aus für seine Kult-Sendung „Immer wieder sonntags“ ankündigten. Ohne Vorwarnung, allein in einem Raum. Tränen flossen. „Ich stand unter Schock, weigerte mich, irgendwas zu unterschreiben.“ Jetzt sprach der 50-Jährige erstmals live im Fernsehen über die eiskalte Kündigung – am Freitagabend bei „Riverboat“.
Bei „Riverboat“ spricht Mross über den TV-Schock
Nach 22 Jahren muss er Abschied nehmen, völlig überraschend, wie er bei „Riverboat“ betont. Er spricht von guten Einschaltquoten, treuen Zuschauern. „Natürlich ist es eine Situation, wo keiner damit gerechnet hat.“ Eine Staffel „Immer wieder sonntags“ wird es noch geben. 13 Folgen, am 31. Mai startet die finale Staffel.
Trotz Wehmut stellt Mross vor allem Dankbarkeit in den Vordergrund. „Das Schönste ist ja, dass wir 22 Jahre Leute glücklich machen durften. Es ist ja keine Selbstverständlichkeit, dass man so lange machen durfte.“ Sein Publikum nennt er „das beste und treueste der Welt“.
Für ihn war „Immer wieder sonntags“ mehr als nur eine Fernsehsendung. „Ich war mit dieser Sendung verheiratet, länger als mit mancher Frau“, sagt Mross (dreimal verheiratet, liiert mit Eva Luginger) mit einem Anflug von Humor. Die Show sei ein Stück Heimat gewesen – nicht nur für ihn, sondern für die gesamte Schlager- und Volksmusikszene. „Das war eine der letzten Familiensendungen. Eine Plattform, die es so schnell nicht mehr geben wird.“
„Ein Stück Heimat“ – warum die Sendung für ihn alles bedeutete
Dass die ARD das Format beendet, trifft ihn hart. „Es bricht was weg. Es geht eine Tür zu, hoffentlich gehen wieder andere auf.“ Dennoch wolle er die letzten 13 Folgen ohne große Veränderungen gestalten: „Warum soll ich mir morgen eine neue Trompete kaufen, wenn ich mit der alten zufrieden bin?“
Besonders bewegend spricht Mross über die Rolle der Sendung in einer schweren Zeit: Im vergangenen Sommer starb auch noch seine Mutter. „Nach drei Wochen war ich wieder da, um ‚Immer wieder sonntags‘ zu präsentieren. Das hat mir ganz viel Kraft gegeben. Standing Ovations – das Publikum stand hinter mir.“

Er berichtete von einer „komischen Energie“ in seinem Umfeld und vielen Schicksalsschlägen. Umso wichtiger sei es für ihn gewesen, Menschen zum Lachen zu bringen. „Ich bin ein Bauchmensch. Man verzweifelt in dem Moment. Aber ich war stolz, irgendwo hinzufahren und ein Lachen zu sehen.“
„Mama und Papa sind dabei“ – Mross über seine inneren Begleiter
Trotz aller Trauer blickt Mross optimistisch in die Zukunft. „Vielleicht ist es auch gut so. Man sagt jetzt: Mensch, das war es. Das war auch Musikgeschichte.“ Seine Eltern seien weiterhin seine inneren Begleiter, auch bei den letzten Folgen seiner Fernsehsendung. „Mama und Papa sind ganz fest dabei. Das weiß ich.“
Den Rat seines Vaters trägt er weiter im Herzen: „Bleib auf dem Boden, denk positiv und zahl deine Steuern. Dann kommst du ganz gut durchs Leben.“
Die kommende Staffel werde emotional, aber schön, verspricht Mross. „Es wird eine harte Staffel. Aber ich weiß, es werden wunderschöne 13 Sendungen.“


