Wenn am Samstagabend „Miss Germany“ gewählt werden, geht es - angeblich - nicht mehr um die Schönheit, sondern auch ums Köpfchen. Von mehr als 2600 Bewerberinnen haben sich neun Frauen durchgesetzt, die im Finale um den Titel kämpfen. Zwei von ihnen kommen aus Berlin.
Die neue Miss Germany tritt in große Fußstapfen. Noch letztes Jahr gewann Ärztin Valentina Busik (28), die sich für die Digitalisierung im Gesundheitswesen einsetzt. Wer wohl ihre Nachfolgerin wird?
Fotografin Stephie Braun ist Wahlberlinerin und „Miss Germany“-Finalistin
Eine Berlinerin, die es gerne wäre, ist Stephie Braun (30). Die Wahlberlinerin arbeitet seit 2019 als freiberufliche Werbefotografin, auch ein Fotokunstbuch hatte sie 2022 veröffentlicht. Ihre Motivation ist die Unterrepräsentation von Frauen in der Kreativbranche. „Denn: Trotz aller Fortschritte ist das strukturelle Ungleichgewicht nach wie vor gravierend“, sagt Stephie Braun.

So wurden nach Angaben einer aktuellen Untersuchung des British Journal of Photography mehr als 85 Prozent aller publizierten Fotostrecken in internationalen Magazinen von Männern fotografiert. Stephie Braun ist im Wettbewerb in der Kategorie „Female Mover“ nominiert. In dieser Kategorie geht es um Frauen in Berufen, die in der Regel von Männern dominiert werden.
„Miss Germany“-Finalistin Büsra Sayed gründete in Berlin ein Modelabel
Büsra Sayed (27) dagegen tritt als Nachwuchsgründerin in der Kategorie „Female Founder“ an. Sie hat in Berlin das Modelabel „Caramella“ gegründet, das Frauen mit dem traditionellen Kopftuch Hijab stärker sichtbar machen soll.

Als Hijab-tragende Muslima in der „Miss Germany“-Wahl musste sie schon im Voraus mit Anfeindungen kämpfen. „Das wird oft infrage gestellt: Wie willst du denn die deutsche Frau repräsentieren?“, sagt Sayed. „Und da denke ich mir: Okay, ist Deutsch-Sein eine bestimmte Frisur? Dann gib mir einen Frisurenkatalog.“


