Fans sind fassungslos

Dunja Hayali auf dem Nachhauseweg rassistisch beleidigt

Eigentlich wollte Dunja Hayali nur mit der U-Bahn nach Hause fahren. Doch dann wurde die ZDF-Journalistin von betrunkenen Teenagern verbal attackiert.

Author - Isabel Zimmermann
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Moderatorin Dunja Hayali wurde in der U-Bahn rassistisch beleidigt.
Moderatorin Dunja Hayali wurde in der U-Bahn rassistisch beleidigt.Hannes P. Albert/dpa

Immer mal wieder gewährt Dunja Hayali (49) bei Instagram Einblicke in ihren Alltag als Journalistin und Nachrichtensprecherin, lässt ihre Follower aber auch mal an ihrem Privatleben teilhaben. So postet sie Schnappschüsse aus dem Urlaub oder Bilder mit ihrem Hund. Ihr neuester Beitrag jedoch ist anders – und löst bei ihren Fans viel Mitgefühl aus.

„Wir freuten uns auf Sofa, Serie, Füße hoch“

Dunja Hayali teilte am Sonntag ein Foto von sich in einem schwarzen Kapuzenpullover. Das Bild ist abgeschnitten und zeigt die Moderatorin nur bis zur Nase. Dazu schreibt sie zunächst die Parole: „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!“

Dann fängt sie an zu erzählen: „Ich bin am Freitag mit einer Freundin in Dortmund mit der U-Bahn gefahren. Wir hatten Gepäck dabei, waren müde von Weiberfastnacht, aber auch beseelt, gerade noch ein paar Stunden mit der Familie verbracht zu haben und freuten uns auf Sofa, Serie, Füße hoch.“

Während der Bahnfahrt sei eine Gruppe von vier Mädchen und einem Jungen zugestiegen, alle fünf im Teenageralter. „Schnapsflaschen in der Hand. Breites Grinsen im Gesicht. Und während ich fast wieder in meinen Gedanken versunken war, rief die eine in meine Richtung diesen Spruch: ‚Deutschland den Deutschen, Ausländer raus.‘“

Dunja Hayali fragte sich: „Sage ich was?“

Diese Aussage löste in Dunja Hayali mehrere Fragen aus: „Sage ich was? Was sage ich? Lege ich mich mit ihr an? Wie lege ich mich mit ihr an? Muss ich das filmen? Bringe ich meine Begleitung in Gefahr? Was mache ich mit dem Gepäck? Ist es Provokation oder Position? Ist es das wert, sich jetzt mit besoffenen Idioten auseinanderzusetzen?“

Bevor sie reagieren konnte, schlossen sich die Türen. „Mir blieb nur noch, der Gruppe etwas hinterherzurufen.“ Niemand anderes aus der Bahn hätte reagiert. „Warum erzähle ich das? Weil Faschisten, Rassisten, Menschenfeinde schon lange nicht mehr im typischen Gewand und Geschlecht daherkommen, weil sich dieses menschenverachtende braune Gift weiter breit macht, weil ich mich etwas gräme, nicht doch hinterhergegangen zu sein.“

Dann wendet sie sich im Beitrag direkt an die Gruppe: „Solltet ihr kleinen Faschos das lesen: Es ist kein Punktsieg für euch. Es war und ist eine Mahnung und Ermutigung an mich selbst, mich weiter mit Halt und Haltung gegen all das einzusetzen, mich einzumischen und niemals einzuknicken.“

„Manchmal ist es besser, den Mund zu halten“

Der Post wurde mittlerweile mit mehr als 16.000 Likes versehen. In der Kommentarspalte zeigten sich Menschen fassungslos über das, was passiert ist – aber auch über die Passagiere, die nicht reagierten. „Das Schweigen der Menschen drumherum ist mindestens genauso ernüchternd und schlimm. Das macht erst so vieles möglich“, kommentierte jemand. Ebenfalls zu lesen: „Manchmal ist es besser, den Mund zu halten, und es ist besser, gemeinsam aufzutreten, auf Demonstrationen, und Haltung zu zeigen, bevor man sich in Gefahr bringt!“ ■