Nach Glühwein, Festtagsbraten und Silvestersekt heißt das neue Mantra plötzlich: Dry January. Kein Alkohol, kein Ausrutscher, kein Spaß. Doch muss das wirklich so kompromisslos sein? Eigentlich darf der erste Monat des Jahres auch leise, neugierig und genussvoll ausklingen, mit Maß statt Maximalverzicht.
Immer mehr Menschen entdecken eine entspanntere Variante: weniger trinken, bewusster trinken, neugieriger trinken. Nicht trocken aus Zwang, sondern reduziert aus Überzeugung.
Weniger Pegel, mehr Geschmack
Nach den Feiertagen meldet sich der Körper. Er möchte Pause, der Kopf hingegen sucht kleine Fluchten aus dem Januar-Grau. Genau hier setzt der neue Dry-January-Gedanke an: Statt kompletter Abstinenz rückt Dosierung in den Fokus. Ein Glas am Wochenende. Ein Schaumwein zum Sonntagsessen. Kein Nachschenken aus Gewohnheit, sondern ein bewusstes Ja zum Moment.
Diese Form des Trinkens verändert alles. Plötzlich geht es nicht mehr um Menge, sondern um Herkunft, Stil und Geschichte im Glas. Wer so trinkt, braucht keinen Rausch – er braucht Neugier.

Piwi – der spielerische Einstieg in den nachhaltigen Genuss
Ein ideales Spielfeld für diesen Januar sind sogenannte Piwi-Weine. Der Begriff klingt sperrig, ist aber schnell erklärt: Piwi steht für pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Diese Reben wurden gezielt gezüchtet, um mit deutlich weniger Pflanzenschutz auszukommen. Sie sind robuster, nachhaltiger – und längst auch geschmacklich überzeugend.
Piwi-Weine sind oft frisch, klar, moderat im Alkohol und erstaunlich vielseitig. Sie laden zum Probieren ein, ohne zu überfordern. Genau richtig für einen Monat, in dem man nicht betäubt, sondern entdeckt. Ein Glas, das neugierig macht statt müde.
Orange Wine: Ein Glas Geschichte statt Kater
Wer es experimenteller mag, landet schnell beim Orange Wine. Dabei handelt es sich nicht um Orangenwein, sondern um Weißwein, der wie Rotwein hergestellt wird – mit Schalenkontakt. Das Ergebnis ist ein bernsteinfarbener Wein mit Struktur, Würze und Tiefe.
Orange Wines fordern Aufmerksamkeit. Man trinkt sie langsamer, denkt mehr nach, diskutiert. Sie passen perfekt in den Januar, weil sie Genuss ohne Exzess bieten. Ein Glas reicht – und bleibt im Kopf.
Besonders spannend: Viele dieser Weine kommen aus Georgien, der Wiege des Weinbaus. Dort wird seit Tausenden von Jahren in Tonamphoren vergoren. Wer im Januar reist, dann am besten im Glas.
Wein mal anders: England, China und neue Horizonte
Warum im Januar immer auf Altbekanntes setzen? Gerade jetzt lohnt der Blick abseits der Klassiker. Südengland etwa hat sich still und leise zu einer Hochburg für Schaumwein entwickelt. Die Kreideböden ähneln der Champagne, die Weine sind kühl, präzise und elegant – perfekt für einen leisen Neujahrstoast.
Auch China mischt inzwischen im internationalen Weinbau mit. Noch unbekannt, manchmal überraschend, oft spannend. Ideal für alle, die den Januar nutzen wollen, um Vorurteile im Glas abzubauen.



