Der Winter kann lebensgefährlich sein – und zwar genauso wie extreme Hitze im Sommer. Während viele bei Minusgraden nur an kalte Hände und rutschige Straßen denken, warnt die Medizin vor einer unterschätzten Gefahr: Kälte kann das Herz massiv belasten. Besonders Tätigkeiten wie Schneeschaufeln können im schlimmsten Fall einen Herzinfarkt auslösen.
Gefährliche Kombination aus Kälte und Kraft
„Schneeschaufeln ist für den Körper eine ungewöhnlich hohe Belastung“, erklärt Christina Magnussen, stellvertretende Direktorin der Klinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Dabei kommen gleich mehrere Risikofaktoren zusammen: schwere, ruckartige Bewegungen, häufiges Bücken und Heben – und das alles bei Minusgraden.
Die Kälte sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße verengen. Der Blutdruck steigt, das Herz muss gegen einen höheren Widerstand arbeiten und deutlich mehr leisten, um den Körper mit Sauerstoff zu versorgen.

Diese Belastung kann gefährlich werden, vor allem bei Menschen mit vorgeschädigten Herzkranzgefäßen. Besonders gefährdet sind Menschen mit Bluthochdruck, Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit oder Vorhofflimmern, aber auch Personen, die sich im Alltag wenig bewegen oder bereits einen Herzinfarkt hatten.
Minusgrade belasten das Herz zusätzlich
Die aktuelle Wetterlage verschärft das Risiko zusätzlich. Wetterexperte Karsten Brandt sagt dem Berliner KURIER, dass die Temperaturen weiter stark fallen werden. Bereits am Sonntagmorgen werden bis zu minus 13 Grad erwartet, in der Nacht auf Montag sogar bis zu minus 16 Grad. Bei solcher Kälte ziehen sich die Gefäße noch stärker zusammen – jede körperliche Belastung wird für das Herz gefährlicher.
Warnzeichen sollten deshalb niemals ignoriert werden. Druck oder Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, kalter Schweiß, Übelkeit oder Angstgefühle sind Alarmsignale.

