Haben Agenten ihn erschossen?

Kiew: Russischer Überläufer-Pilot ist tot

Maxim Kusminow lief mit einem Kampfhubschrauber zur Ukraine über, bekam dafür mehr als 460.000 Euro. Jetzt soll der russische Pilot tot sein, berichtet Kiew.

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Der übergelaufener russischer Pilot Maxim Kusminow nimmt an einer Pressekonferenz teil. Er soll angeblich tot sein.
Der übergelaufener russischer Pilot Maxim Kusminow nimmt an einer Pressekonferenz teil. Er soll angeblich tot sein.-/Ukrinform/dpa

Der zur Ukraine übergelaufener russischer Hubschrauber-Pilot Maxim Kusminow ist nach Angaben aus Kiew tot. „Wir können diese Tatsache bestätigen“, sagte am Montag der Sprecher des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Andrij Jussow, dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Kiew. Nähere Angaben zu den Todesumständen machte er nicht.

Medienberichten zufolge wurde die Leiche des Piloten in Spanien gefunden. „Er hat seine Ex zu sich geholt und wurde erschossen aufgefunden“, schrieb das Internetportal „Ukrajinska Prawda“ unter Berufung auf Geheimdienstquellen. Eine Bestätigung spanischer Behörden lag bisher nicht vor.

Der Pilot war im August vorigen Jahres aus Russland mit einem vollausgestatteten Mi-8-Armeehubschrauber in die Ukraine geflogen. Nach der Landung auf einem ukrainischen Militärflugplatz wurden die beiden anderen Besatzungsmitglieder nach ukrainischen Angaben auf der Flucht erschossen. Der Russe hatte von Kiew umgerechnet über 460.000 Euro für die Tat erhalten.

Hat der russische Geheimdienst den Piloten ermordet?

Das Staatsfernsehen in Moskau berichtete im Herbst, der russische Geheimdienst habe den Auftrag zur Tötung des als „Vaterlandsverräters“ geltenden Mannes erhalten.

Die Ukraine wehrt seit fast zwei Jahren eine russische Invasion ab. Kiew hatte im April 2022 Belohnungen für an die Ukraine übergebenes funktionsfähiges russisches Kriegsgerät festgelegt. Als Höchstprämie für ein Kampfflugzeug verspricht der ukrainische Staat russischen Überläufern umgerechnet mehr als 920.000 Euro.■