Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich monatelang auf diese Woche vorbereitet. imago images/ZUMA Press

Wenn die Woche so startet wie die von Facebook-Chef Mark Zuckerberg, kann man sich eigentlich auch gleich wieder hinlegen. Still und heimlich beten, dass es keiner merkt und der liebe Gott das Unheil an einem vorbeiziehen lässt. Denn wenn man eins wohl getrost sagen kann, dann dass diese Woche wohl die schlimmste im Leben des 37-Jährigen wird – und es ist erst Dienstag!

Das am Sonntagabend seine ehemalige Mitarbeiterin Frances Haugen, die zur Whistleblowerin wurde, ins Fernsehen ging, in dem Format „60 Minutes“ über die Missstände im größten Social-Media-Konzern plauderte, hatte schon ein fieses Geschmäckle. Weit vorher war klar, dass es am heutigen Dienstag zur Anhörung im US-Kongress kommen würde. Die neusten Enthüllungen von Frances Haugen brachten da noch einmal ordentlich Feuer in die Angelegenheit.

Und während sich Mark Zuckerberg am Montag wohl noch voll und ganz auf das vorbereitete, was da wohl heute kommen mag, brach die nächste Hiobsbotschaft über ihn hinein: Facebook, Instagram, WhatsApp – alles down! Nichts geht mehr. Das Leben in den Sozialen Medien war eingefroren – von jetzt auf gleich!

Facebook-Lockdown: Mark Zuckerberg verliert sechs Milliarden US-Dollar

Und es kam noch schlimmer! Die Katastrophe dauerte stundenlang. Der Problem: Facebook-Mitarbeiter konnten am Montag Berichten zufolge weder das Firmengebäude betreten noch auf ihre interne Kommunikationsplattform zugreifen. Mit der Folge, dass sie das Ausmaß der Störung zunächst kaum untersuchen, geschweige denn eine schnelle Lösung finden konnten. Unfassbare sieben Stunden lang konnten Nutzer nicht auf ihre Konten beim Online-Netzwerk Facebook zugreifen, den Fotodienst Instagram nutzen oder über WhatsApp und Messenger Nachrichten verschicken.

Das Problem: eine fehlerhafte Änderung der Netzwerk-Konfiguration. Der Fehler sei auf den Routern passiert, die den Datenverkehr zwischen Facebooks Rechenzentren koordinierten, hieß es in einem Blogeintrag am Dienstag. Als Folge sei die Kommunikation zwischen den Rechenzentren unterbrochen worden, was zum Ausfall der Dienste geführt hat.

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NetBlocks, eine Organisation, die die Cybersicherheit und die Steuerung des Internets überwacht, schätzt, dass nur eine Stunde Stillstand der Plattformen Verluste von mehr als 160 Millionen Dollar für das Unternehmen bedeutet. Die Facebook-Aktien sind am Montag um fast 5 Prozent gefallen. Wenn es um Zuckerbergs persönliches Vermögen geht, hat er in den Stunden seit dem Ausfall Berichten zufolge mindestens sechs Milliarden US-Dollar verloren. Sechs Milliarden – das ist eine Zahl mit neun Nullen. Wahnsinn!

Für Facebook und Co. wird es eine ungemütlich Woche.
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Mark Zuckerberg: Am Dienstag rumpelt es wieder mächtig

Dann der nächste Schock: Hacker behaupteten plötzlich, im Besitz der persönlichen Daten von etwa 1,5 Milliarden Facebook-Nutzern aus der ganzen Welt zu sein. Sie boten diese zum Verkauf an. Was dabei sein soll? Eigentlich alles: Namen, die E-Mail-Adresse, den Standort, das Geschlecht, die Telefonnummer und die Benutzer-ID, die mit jedem Facebook-Konto verbunden sind.

Doch kaum hat sich der Milliardär von diesem Supergau erholt, dürfte es heute erneut mächtig rumpeln. Seine Reaktionen auf das, was da auf ihn und sein Unternehmen zurollt, dürften seit Wochen das Top-Thema bei ihm und seinen Beratern sein.  Es geht um nichts weniger als die soziale Verantwortung, die Soziale Medien haben, und der Facebook offenbar ganz bewusst nicht gerecht wird.

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Facebook und Mark Zuckerberg dürfen noch weit größere Probleme kriegen

„Bei Facebook sah ich immer wieder Interessenkonflikte zwischen dem, was gut für die Öffentlichkeit war, und dem, was gut für Facebook war. Und Facebook entschied sich immer wieder dafür, seine eigenen Interessen zu optimieren und mehr Geld zu verdienen“, erklärte Whistleblowerin Frances Haugen. Es gebe interne Studien, die zeigen, dass vieles, was bei Facebook und Instagram passiert, auf Kosten vor allem von demokratischer Stabilität und zivilem Diskurs geht – und sogar die psychische Gesundheit von Jugendlichen gefährdet. Nur interessiert das von den Top-Managern scheinbar niemanden.

Vor dem US-Kongress wird nun ein hartes Verfahren gegen Mark Zuckerberg und Facebook erwartet. „Als wir feststellten, dass die Tabakkonzerne die von ihnen verursachten Schäden verheimlichten, hat die Regierung Maßnahmen ergriffen. Als wir herausfanden, dass Autos mit Sicherheitsgurten sicherer sind, hat die Regierung Maßnahmen ergriffen“, schrieb Frances Haugen bereits vor ihrer Anhörung in einer schriftlichen Aussage. „Ich bitte Sie, hier dasselbe zu tun.“

Je nachdem, wie der Gesetzgeber auf ihren Aufruf reagiert, könnten die Schwierigkeiten zum Start dieser Woche nur ein Vorgeschmack auf zukünftige Probleme für Mark Zuckerberg und Facebook sein.