Es gibt schräge Dinge, die wir ab und zu mal machen. Wir denken dann, dass wir eine kleine Macke haben, doch die Wahrheit ist: Jeder tut diese Dinge ab und an! Beispiel gefällig? Viele Menschen glotzen ab und an in den Kühlschrank. Sie gehen hin, öffnen die Tür, gaffen die Lebensmittel an, so, als würden sie etwas suchen. Manchmal geht der Blick sogar ins Leere, die Tür schnell wieder zu. Warum tun wir das? Der Versuch einer Erklärung: Wir verraten, warum auch SIE in den Kühlschrank glotzen!
Jeder glotzt ab und zu in den Kühlschrank
Geht es Ihnen auch manchmal so? Sie gehen zum Kühlschrank und öffnen die Tür, glotzen dann kurz hinein – aber letztlich, ohne sich etwas zu nehmen? Manchmal fühlt es sich so an, als sei das Gaffen in den Kühlschrank nur eine Art Übersprungshandlung. Wir tun es, ohne überhaupt etwas Bestimmtes zu suchen oder zu wollen. Aber: Woran liegt das – und warum glotzen wir so oft in den Kühlschrank?
Gleich vorweg: Ausführlich wissenschaftlich untersucht wurde das regelmäßige Glotzen in den Kühlschrank noch nicht. Für das weit verbreitete Phänomen gibt es verschiedene Erklärungsansätze. Zum einen kann das Öffnen des Kühlschranks und das Hineinschauen eine Handlung sein, mit der wir unbewusst die Langeweile bekämpfen. Obwohl in Wirklichkeit gar kein echter Hunger besteht, öffnen wir automatisch die Tür – weil unser Gehirn nach Abwechslung verlangt, die wir unterbewusst in einer kleinen Belohnung suchen.

Dieses Phänomen unterstreicht auch eine Studie irischer und englischer Forscher: Sie haben schon im Jahr 2015 den Zusammenhang zwischen Essen und Langeweile untersucht. Für das Projekt führten etwa 33 Erwachsene Tagebuch, protokollierten ihr Essverhalten.
Die Ergebnisse: Wer sich langweilte, aß ungesünder und mehr. Studienteilnehmer sehnten sich nach langweiligen Situationen außerdem deutlich stärker nach Snacks – und wer sich langweilte, suchte eher nach besonderem Essen und verschmähte vermeintlich langweiliges, gesundes Essen.
Im Kühlschrank finden wir fast immer Belohnungen
Weil wir darauf konditioniert sind, das Essen im Kühlschrank zu finden, lässt sich die unbewusste Handlung, in den Kühlschrank zu glotzen, damit gut erklären.
Doch es gibt noch andere Erklärungsansätze: Möglich ist auch, dass das Gehirn mit dem Antrieb, in den Kühlschrank zu schauen, etwas gegen Müdigkeit und Stress tun möchte. Denn auch in diesen Situationen sind wir darauf konditioniert, uns mit Essen aus einem Tief zu holen. Mit dem Öffnen des Kühlschranks bauen wir also eher Stress ab, als wirklich hungrig nach Lebensmitteln zu suchen.

Denn wir erwarten auch, dass uns im Kühlschrank Dopamin erwartet: Mit Essen – ob nun einem leckeren Salat, den wir mögen, oder dem Stück Schokolade, sorgen wir bei uns selbst für Glücksgefühle. Wie ein Hund, der beim Anblick seines Lieblingsspielzeugs Freude empfindet, sind wir darauf trainiert, dass uns im Kühlschrank eine Belohnung erwartet, die uns glücklich macht. Oft finden wir dann aber nichts, was den Erwartungen entspricht – oder stellen eben fest, dass wir gar keinen Hunger haben.
Kleine Handlungen durchbrechen unsere Gedankengänge
Eine andere Erklärung ist, dass Menschen darauf trainiert sind, in ihrer Umgebung ständig nach verwertbaren Informationen zu suchen. Der Kühlschrank kann damit auch als schnelle Informationsquelle verstanden werden – denn hier findet man heraus, welche Lebensmittel man noch hat. Das Glotzen in den Kühlschrank könnte auch Handlung im Rahmen der sogenannten „Embodied Cognition“ verstanden werden. Diese Theorie besagt, dass Denken und Körper unmittelbar verbunden sind.


