Die Lotterien von Omaze machen immer wieder Schlagzeilen – wer teilnimmt, hat die Chance, ein Traumhaus zu gewinnen. So schnappte sich erst kürzlich ein Dachdecker ein Luxus-Penthouse mitten in Berlin, während ein Mitarbeiter eines Supermarktes ein ganzes Landgut in Brandenburg abstaubte. Auch ein Paar aus dem Rheinland gelang die Sensation: Jürgen Möllenhoff (59) und seine Lebensgefährtin Meike (67) räumten eine Luxus-Villa in Bayern ab. Doch das Millionen-Haus wollen sie direkt wieder verkaufen. Dürfen die das eigentlich?
Erstes Haus von Omaze in Deutschland, das verkauft wird
Das gab es bei der Traumhaus-Lotterie Omaze in Deutschland bisher tatsächlich nicht: Schon kurze Zeit nach dem Gewinn wollen Jürgen Möllenhoff und seine Lebensgefährtin Meike ihre Villa in Fischbachau wieder veräußern, ein entsprechendes Angebot wurde bei Immobilienscout gesichtet.
Das Haus mit acht Zimmern, vier Schlafzimmern und drei Bädern auf einem 1231 Quadratmeter großen Grundstück soll insgesamt 2,75 Millionen Euro kosten. Es ist das erste Mal, dass die neuen Besitzer eines Traumhauses die Immobilie gleich wieder loswerden wollen.
„Bisher hat in Deutschland noch keiner unserer Gewinner sein Haus verkauft“, sagte ein Sprecher von Omaze dem KURIER. „Aus unserer Erfahrung in Großbritannien, wo wir in den letzten fünf Jahren bereits knapp 60 Immobilien verlost haben, wissen wir jedoch: Es ist absolut nicht unüblich, dass Gewinner ihr Objekt nach einer gewissen Zeit veräußern.“ Für den Anbieter der Verlosungen ist das kein Problem, im Gegenteil. Man freue sich sehr, wenn der Verkauf die Erfüllung eines Lebenstraums ermöglicht.

„Wenn jemand verkauft, dann aus einem naheliegenden Grund: Aus einem Einsatz von wenigen Euro werden Millionen auf dem Konto. So einfach ist das“, sagt er. Für den Verkauf gebe es viele Gründe. Manche kaufen vom Erlös Immobilien für Familienmitglieder, andere wollen ein Unternehmen gründen, finanzielle Rücklagen aufbauen oder einfach etwas früher in den Ruhestand gehen.
Nicht nur der Verkauf ist dafür übrigens eine Möglichkeit: Man könnte das Haus auch vermieten. „Welche Entscheidung sie auch treffen – der Gewinn verändert ihr Leben und das ihrer Familie nachhaltig“, so der Sprecher von Omaze weiter.
Gewinner von Omaze haben bereits ein großes Haus
Jürgen Möllenhoff und seine Lebensgefährtin haben sich zu den Gründen bisher nicht geäußert – es liegt aber nahe, dass sie mit dem Geld eigene Pläne haben. Denn die beiden besitzen bereits ein Landhaus, das leider bröckelte.
Für die Sanierung fehle aber immer Geld, weshalb die nötigen Baumaßnahmen immer wieder aufgeschoben werden mussten. Ihr „Traumdomizil in beeindruckender Lage“ in Fischbachau – 1978 gebaut und erst 2019 kernsaniert – soll deshalb jetzt einen neuen Besitzer finden.

Zusätzlich zu den Zimmern hat das Haus übrigens einige Raffinessen zu bieten. Es enthält unter anderem eine hochwertige Schreinerküche, einen Freizeitbereich mit eigenem Heimkino, eine Bar, eine Sauna und einen Fitnessraum. Außerdem ist es mit modernster Technik ausgestattet. „Das fühlt sich ein bisschen an wie auf der Enterprise“, sagten die glücklichen Gewinner kurz nach der Verlosung. Sie deuteten allerdings auch schon an, dass sie auch aufgrund der Karnevalstradition fest im Rheinland verwurzelt sind. Der Verkauf überrascht also nicht.
Omaze: Darum gibt es zum Haus 100.000 Euro
Übrigens: Viele glauben, dass die gewonnenen Häuser auch verkauft werden, weil die neuen Besitzer sich die riesigen Immobilien gar nicht leisten können. Denn Erhalt und Betrieb eines so großen Anwesens schlucken natürlich auch Geld, Zeit und Energie. Es ist der Grund, warum das Haus für die Sieger nicht der einzige Gewinn ist: Als Starthilfe gibt es laut Omaze immer 100.000 Euro obendrauf. Und: „Sämtliche Grunderwerbsteuern und Anwaltskosten werden von Omaze übernommen“, teilt das Unternehmen mit.


