Der schwarze Walnussbaum hatte über 250 Jahre lang in einem heutigen Naturgebiet am Rocky River in Strongsville, einem Vorort von Cleveland, gestanden. Metropark Parkbehörde

Ein Geschwisterpaar muss sich wegen schweren Raubes vor Gericht verantworten. Und Umweltschützer würden Todd Jones und Laurel Hoffman am liebsten die Höchststrafe geben. Denn diese hatten einen der ältesten, größten und seltensten Bäume in ganz Cleveland gefällt, um das Holz zu verscherbeln.

Der schwarze Walnussbaum hatte über 250 Jahre lang in einem heutigen Naturgebiet am Rocky River in Strongsville, einem Vorort von Cleveland, gestanden. Der Durchmesser von fast 2 Metern war breiter als jeder andere Walmussbaum im gesamten Staat. Umso entsetzter war Jennifer Grieser, Direktorin des Ohio Department für Naturrohstoffe, als sie bei einem Kontrollgang durch Clevelands Metropark auf den abgesägten Baumstumpf stieß. Sie alarmierte sofort die Polizei.

Die Ermittler fanden Augenzeugen, die gesehen hatten, wie der Baum von einer professionellen Holzverarbeitungsfirma über zwei Tage hinweg gefällt wurde. Der Eigentümer der Firma sagte aus, dass er von Todd Jones und Laurel Hoffman beauftragt wurde. Laut der örtlichen Zeitung Plain Dealer hatte Jones behauptet, dass der Baum ihm gehöre und auf seinem Familiengrundstück stand – was er gerade erst von seinem verstorbenen Vater geerbt hatte.

Der Durchmesser von fast 2 Metern war breiter als jeder andere Walnussbaum im gesamten Staat. Metropark Parkbehörde

Baumfäller muss wegen schweren Raubes vor Gericht

Jones gab alles sofort zu. Weil er die hohe Erbschaftssteuer nicht zahlen konnte, habe er – so sagte er im Verhör mit der Polizei aus – den Baum fällen lassen und das Holz für 2000 Dollar verkauft. Von Reue gibt es bei dem 56-Jährigen und seiner 54-jährigen Schwester keine Spur. Als die Behörden ihm bewiesen, dass der Walnussbaum 2 ½ Meter außerhalb seiner Grundstücksgrenze gestanden hatte, war seine saloppe Antwort: „Mein Vater hat immer gesagt, dass es unser Baum ist“.

Laut Schätzungen von Grieser beträgt allein der Holzwert des Baumes mindestens 28.000 Dollar – „mal ganz abgesehen davon, dass er für unseren Park und unseren Bundesstaat einen unschätzbaren Wert hat.“ Dazu sei noch ein weiterer Schaden von über 100.000 Dollar entstanden, weil die Holzfäller neu gepflanzte Bäume zerstört hatten. Weshalb Jones und Hoffman nicht nur eine hohe Geldstrafe, sondern sogar Gefängnis droht. Für ein vergleichbares Vergehen im Bundesstaat Washington wurde ein Mann im November zu 20 Monaten Knast verknackt.

Jones ist außer sich vor Wut über die „Ungerechtigkeit“ der Anklage: „Das ist doch total durchgeknallt, was sie uns vorwerfen! Die haben es doch nicht mehr alle!  Als hätten wir das Verbrechen des Jahrhunderts begangen.“

Staatsanwalt Michael O’Malley sieht das ganz anders und versprach im Interview mit der New York Times, die illegalen Baumzerstörer mit der vollen Härte des Gesetzes zur Rechenschaft zu ziehen: „Sie sind illegal auf Nationalpark-Land vorgedrungen und haben einen unersetzbaren und seltenen Baum gefällt – um daraus Profit zu schlagen!“