Tragödie um Tierforscherin

Deutsche Forscherin Lydia Möcklinghoff (45) stirbt bei Flugzeugabsturz

Die Expertin für Ameisenbären kam beim Absturz mit einem Kleinflugzeug in Brasilien ums Leben. Lydia Möcklinghoff (45) war auch durch TV-Sendungen bekannt.

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Die Zoologin und Autorin Lydia Möcklinghoff im Sommer 2024 zu Gast in der „NDR Talk Show“.
Die Zoologin und Autorin Lydia Möcklinghoff im Sommer 2024 zu Gast in der „NDR Talk Show“.Stephan Wallocha/Imago

Große Trauer um Lydia Theresia Möcklinghoff. Die deutsche Zoologin, die international als Pionierin der Ameisenbären-Forschung galt und auch durch TV-Sendungen bekannt war, starb im Alter von nur 45 Jahren bei einem Flugzeugabsturz in Brasilien. Auch der 42-jährige Pilot kam bei dem Unglück ums Leben.

Brachte dichter Nebel das Flugzeug zum Absturz?

Wie mehrere Medien berichten, war Möcklinghoff am frühen Freitagmorgen mit einem Kleinflugzeug auf dem Weg in das Pantanal, eines der größten Feuchtgebiete der Erde. Dort betrieb sie seit vielen Jahren Feldforschung zum Großen Ameisenbären.

Das zweimotorige Flugzeug war kurz nach dem Start vom Flughafen Santa Maria in Campo Grande abgestürzt. Die genaue Ursache des Unglücks ist bislang ungeklärt. Die brasilianische Luftfahrtbehörde Cenipa hat Ermittlungen aufgenommen. Berichten zufolge herrschten zum Zeitpunkt des Absturzes dichter Nebel und schwierige Sichtverhältnisse.

Bekannt aus „Lanz“ und der „Sendung mit der Maus“

Lydia Möcklinghoff galt international als eine der bedeutendsten Expertinnen für Große Ameisenbären. Seit 2009 arbeitete die gebürtige Wilhelmshavenerin, die zwischen Köln und Brasilien pendelte, regelmäßig im Pantanal und forschte dort zu Lebensweise, Verhalten und Schutz der Tiere.

Ihre wissenschaftliche Arbeit machte sie weit über die Fachwelt hinaus bekannt. Sie veröffentlichte Bücher, hielt Vorträge und trat regelmäßig in Radio- und Fernsehsendungen auf. Unter anderem war sie Gast bei „Markus Lanz“ sowie in weiteren Talk- und Wissensformaten.

Auch für den WDR war Möcklinghoff tätig. Dort wurde sie vielen Zuhörern durch ihre Beiträge und Reportagen für „MausLive“ bekannt. In den Reihen „Lydia im Pantanal“ und „Lydias Pantanal-Abenteuer“ berichtete sie über ihre Forschungsarbeit und brachte insbesondere jungen Menschen die Tierwelt Südamerikas näher.

Lydia Möcklinghoff bei einer Lesung 2019 aus ihren Büchern „Ich glaub, mein Puma pfeift“ und „Die Supernasen – Ameisenbären mit Musik“.
Lydia Möcklinghoff bei einer Lesung 2019 aus ihren Büchern „Ich glaub, mein Puma pfeift“ und „Die Supernasen – Ameisenbären mit Musik“.Svenja Hanusch/Imago

Mit ihren Büchern „Ich glaub, mein Puma pfeift – Als Forscherin im reichsten Tierparadies der Welt“ (2015) und „Die Supernasen – Wie Artenschützer Ameisenbär & Co. vor dem Aussterben bewahren“ (2016) begeisterte die Autorin Lydia Möcklinghoff auch außerhalb der Wissenschaft zahlreiche Menschen für Natur- und Artenschutz.