„Runde Ecke“ in Leipzig

Klaute 16-Jähriger NVA-Objekte aus Stasi-Museum?

Im Stasi-Museum in Leipzig wurde mehrfach eingebrochen. Die gestohlenen Gegenstände fanden sich nun im Keller eines Teenagers.

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Eine Vitrine mit Objekten der Stasi im Leipziger Museum in der „Runden Ecke“.
Eine Vitrine mit Objekten der Stasi im Leipziger Museum in der „Runden Ecke“.Uwe Winkler /epd

„Schreckenshaus“ – so wurde während der friedlichen Revolution 1989 in Leipzig das Gebäude an der „Runden Ecke“ genannt, in dem die Bezirksverwaltung der Staatssicherheit ihren Sitz hatte. Heute ist in der „Runden Ecke“ ein Museum, das über die SED-Diktatur aufklärt und die Geschichte der Stasi dokumentiert. In jüngster Zeit gab es mehrere Einbrüche – die scheinen nun aufgeklärt. Dank eines Mitarbeiters des Museums.

Bei einer Hausdurchsuchung hat die Polizei mehrere der gestohlenen Ausstellungsstücke aus dem Leipziger Stasi-Museum in der „Runden Ecke“ sichergestellt. Und zwar im Keller eines Teenagers. Bei dem 16-jährigen Tatverdächtigen fanden die Beamten einen Computer aus DDR-Zeiten, Bilder, ein Nachtsichtgerät mit Zubehör, ein Luftgewehr und ein sogenanntes Feuerleitgerät der ehemaligen Nationalen Volksarmee (NVA). Das teilte die Polizeidirektion Leipzig am Mittwoch mit.

Diese Gegenstände aus alten Stasi-Zeiten konnten den Angaben zufolge „zweifelsfrei den zurückliegenden Einbruchsdiebstählen in der ‚Runden Ecke‘ zugeordnet werden“. Dass sie gefunden wurden, ist einem Mitarbeiter des Museums zu verdanken.

Die sogenannte „Runde Ecke“ in Leipzig. Früher Sitz der Stasi-Bezirksverwaltung, heute ein Museum und eine Gedenkstätte.
Die sogenannte „Runde Ecke“ in Leipzig. Früher Sitz der Stasi-Bezirksverwaltung, heute ein Museum und eine Gedenkstätte.Hendrik Schmidt /dpa

Mitarbeiter des Stasi-Museums kam Täter auf die Schliche

Der Mitarbeiter des Museums „Runde Ecke“ hatte laut Polizei auf einer Verkaufsplattform nach historischen Gegenständen gesucht. Dabei war er auf das Angebot für einen DDR-Computer gestoßen, einen Robotron A5120, ein Modell, das aus dem Keller des Museums gestohlen worden war. Der Museumsmitarbeiter verabredete einen Kauftermin, zu dem er die Polizei hinzuzog, wie die Ermittler berichteten. Der Tatverdächtige (16) hatte zudem weitere Exponate zum Kauf angeboten.

Mehrfach war in die „Runde Ecke“ eingebrochen worden. Dabei wurden laut Polizei diverse Exponate gestohlen. Die Durchsuchung fand am 2. April statt. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an.