Zuvor hatten mehrere Medien über den Tod von Freddy Nock berichtet. Dieser kam offenbar völlig unerwartet. „Wir sind alle bestürzt. Er hat keinen kranken Eindruck gemacht. Wir stehen im Austausch mit seiner Familie, sobald wir mehr wissen, wird es ein Statement geben“, sagte die Roncalli-Sprecherin dem Schweizer News-Portal „20 Minuten“.
Zu den näheren Umständen von Freddy Nocks Tod gab es zunächst keine Einzelheiten. Die Polizei im Kanton Aargau erklärte lediglich, dass es am Donnerstag zu einem Polizeieinsatz am Wohnort des Artisten gekommen sei. Später hieß es, er sei von der Polizei tot in seinem Haus in Uerkheim im Kanton Aargau aufgefunden worden.
Nock ist nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft keinem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Das sagte die Staatsanwaltschaft der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Freitagmittag.
Der Extremsportler Freddy Nock war vielfacher Rekordhalter – und er lotete nach eigenem Bekenntnis die Grenzen immer weiter aus. „Kein Wolkenkratzer, kein Berg und kein See ist vor ihm sicher“, heißt es auf seiner Website. Für 2024 hatte er große Pläne: Er wollte mithilfe eines Heißluftballons in einer Höhe von mehr als 5000 Metern ohne Sicherung über ein Seil balancieren.
Circus Nock war seit 1860 aktiv, 2019 gab die Familie den Betrieb wegen Geldmangels auf
Nock kommt aus einer traditionsreichen Zirkusfamilie. Sie stammt aus Österreich, doch ein Teil der Familie ließ sich in der Schweiz nieder. Im Kanton Aargau war der Circus Nock seit 1860 aktiv. Doch 2019 stellte die Familie den Betrieb wegen Geldmangels ein.
Freddy Nock balancierte schon als kleines Kind auf dem Seil. Er trat bei Zirkusfestivals auf und stellte einige Weltrekorde auf. So lief er unter anderem über Tragseile von Bergbahnen in der Schweiz, zum Beispiel in St. Moritz und am Säntis. 2010 überquerte Freddy Nock über eine Länge von 900 Metern auf einem Hochseil den Zürichsee. Ein Jahr später lief er über ein Tragseil der Gletscherbahn auf die Zugspitze, den höchsten Berg Deutschlands.
Das News-Portal „20 Minuten“ erinnerte auch an die Teilnahme Nocks 2015 an der Weltmeisterschaft im Seillauf in China. „Er lief über ein 800 Meter langes Seil über den Jiubujiang-Stausee und wurde Sieger in folgenden Disziplinen: Schnellster Seilläufer der Welt vorwärts 800 Meter in sieben Minuten und 39 Sekunden und im Rückwärtsspringen mit verbundenen Augen 800 Meter in elf Minuten und 40 Sekunden“, erklärte das Blatt.
Außerdem habe Freddy Nock 2020 gleich drei Rekorde an einem Tag aufgestellt: 40 Meter Balancieren bei einer besonders steilen Steigung, 367 Meter Radfahren auf einem Kabel auf einer Höhe von 175,4 Metern und 151,1 Meter auf einem Stahlseil mit verbundenen Augen gehend.■



