„Ein Pferd, ein Pferd, mein Königreich für ein Pferd“ – das doch recht verlockende Angebot des englischen Königs Richard III. in Shakespeares Drama wäre vergeblich gewesen gegenüber den Herrschaften, die sich an diesem Wochenende in Frankfurt im wahrsten Sinne des Wortes ihrem Steckenpferd widmen. Denn ihnen geht es zwar irgendwie auch um Reitsport allerdings komplett ohne die dazugehörigen Huftiere.
„Hobby Horsing“ heißt das recht merkwürdig aussehende Spektakel, das die 280 Teilnehmer bei den Deutschen Meisterschaften da vollführen. Es wird getan, als ob ... bei den Elementen, die man beim Hobby Horsing aus dem wahren Reitsport übernommen hat: Dressur- oder Springreiten ohne Pferd, dafür auf dem Stock. Wer hat's erfunden? Richtig, die Finnen!

Bei den diesjährigen Titelkämpfen wird in fünf Altersklassen geritten, bis der Stil bricht – jeweils in drei Kategorien geht es um Gold, Silber und Bronze: Zeitspringen, Stilspringen und Dressur.
Reiten ohne Pferd – wird Hobby Horsing ein neuer Trend?
„Jede Disziplin erfordert eine einzigartige Kombination aus Präzision, Timing und Eleganz“, erklärt der Präsident des Deutschen Hobby Horsing Verbands, Kay Schumann. „Das ist eine anstrengende Sportart, die dem Körper eine Menge abfordert“, ist sich Schumann sicher.
Und die Steckenpferd-Reiter können sich über mangelndes Interesse an ihrem Tun nicht beklagen. Für die Veranstaltung in Frankfurt wurden immerhin über 1.500 Tickets verkauft oder vergeben.

Dem Hobby-Horsing-Boss Schumann zufolge sind es die ersten von einem Verband ausgetragenen Deutschen Meisterschaften in dieser noch recht jungen Reitsportdisziplin. Der 2023 gegründete Deutsche Hobby Horsing Verband zählt aktuell 750 Mitglieder.


