Flüge in Gefahr

Firmen sollen Flieger im Osten retten

Lufthansa und Staat kürzen, Leipzig/Halle und Dresden verlieren Verbindungen. Jetzt sollen Unternehmen eigene Flugstrecken im Osten finanzieren.

Author - Jana Hollstein
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Der Flughafen Leipzig/Halle. Als Standort ist er für Airlines immer unattraktiver.
Der Flughafen Leipzig/Halle. Als Standort ist er für Airlines immer unattraktiver.Jan Woitas/dpa

Flughäfen in Ostdeutschland haben immer weniger attraktive Verbindungen. Damit Leipzig/Halle und Dresden nicht weiter abgehängt werden, tüftelt die Mitteldeutsche Flughafen AG an einem ungewöhnlichen Plan. Firmen aus der Region könnten künftig selbst Flugverbindungen sichern – quasi ihre eigenen Strecken finanzieren.

Uwe Schuhart, Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG), sagt offen: Wenn Airlines abspringen, könnten Betriebe über eine gemeinsame Plattform bestimmte Routen einfach selbst tragen. Ohne Staatshilfe – aber mit Vorteil für die Region. Vorbild ist der kleine Flughafen Paderborn, der so etwas bereits vormacht.

Viele Flugverbindungen nach Ostdeutschland gestrichen

Der Hintergrund: Die Sorgen um ostdeutsche Flughäfen sind echt. Die Lufthansa hat die Verbindung Leipzig–München bereits gestrichen, auch die Strecke Dresden–München stand im Herbst zeitweise auf der Kippe – die nationalen Standortkosten seien zu hoch. Erst nachdem die Bundesregierung Entlastungen bei der Luftverkehrsteuer ankündigte, gab die Airline fürs Erste Entwarnung: Im Sommerflugplan 2026 bleiben weitere Streichungen aus, Dresden–München bleibt vorerst.

Ein leeres Gate am Flughafen Leipzig/Halle. Bald könnten dem Flughafen die Verbindungen ausgehen.
Ein leeres Gate am Flughafen Leipzig/Halle. Bald könnten dem Flughafen die Verbindungen ausgehen.Jan Woitas/dpa

Ob Betriebe bereit sind, bestimmte Routen zu finanzieren, wenn der Staat es nicht tut, ist unklar. Um die 1100 Firmen wurden zu ihren Reisewünschen befragt, rund ein Drittel meldete sich zurück. Ergebnis: Geschäftsreisen ja – aber in alle Welt verteilt. Eine klare Zusage, bestimmte „Lieblingsstrecken“ finanziell zu retten, gab bisher allerdings kein Unternehmen.

Bis 2030 muss das Schicksal der Ost-Flughäfen entschieden werden

Und noch ein Druckmittel: Sachsen und Sachsen-Anhalt drehen den Geldhahn langsam zu. Finanzhilfen für die Flughafenholding werden schrittweise zurückgefahren, spätestens ab 2030 soll die MFAG ohne Landeszuschüsse klarkommen. So hieß es im Januar. Heißt: Wenn die Flieger bleiben sollen, braucht es neue Ideen – oder neue Geldgeber. Und zwar schnell. (mit dpa)

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