Flughäfen in Ostdeutschland haben immer weniger attraktive Verbindungen. Damit Leipzig/Halle und Dresden nicht weiter abgehängt werden, tüftelt die Mitteldeutsche Flughafen AG an einem ungewöhnlichen Plan. Firmen aus der Region könnten künftig selbst Flugverbindungen sichern – quasi ihre eigenen Strecken finanzieren.
Uwe Schuhart, Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG), sagt offen: Wenn Airlines abspringen, könnten Betriebe über eine gemeinsame Plattform bestimmte Routen einfach selbst tragen. Ohne Staatshilfe – aber mit Vorteil für die Region. Vorbild ist der kleine Flughafen Paderborn, der so etwas bereits vormacht.
Viele Flugverbindungen nach Ostdeutschland gestrichen
Der Hintergrund: Die Sorgen um ostdeutsche Flughäfen sind echt. Die Lufthansa hat die Verbindung Leipzig–München bereits gestrichen, auch die Strecke Dresden–München stand im Herbst zeitweise auf der Kippe – die nationalen Standortkosten seien zu hoch. Erst nachdem die Bundesregierung Entlastungen bei der Luftverkehrsteuer ankündigte, gab die Airline fürs Erste Entwarnung: Im Sommerflugplan 2026 bleiben weitere Streichungen aus, Dresden–München bleibt vorerst.

Ob Betriebe bereit sind, bestimmte Routen zu finanzieren, wenn der Staat es nicht tut, ist unklar. Um die 1100 Firmen wurden zu ihren Reisewünschen befragt, rund ein Drittel meldete sich zurück. Ergebnis: Geschäftsreisen ja – aber in alle Welt verteilt. Eine klare Zusage, bestimmte „Lieblingsstrecken“ finanziell zu retten, gab bisher allerdings kein Unternehmen.


