Bank überfallen

Filialleiter getötet! Das ist über den 20-jährigen Täter von Regensburg bekannt

In der Nacht bevor er einen Bankmitarbeiter mit einem Messer tötete, war der 20-Jährige auf einer Polizeiwache in Gewahrsam.

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Die Polizei nahmen den Tatverdächtigen in der Bank fest und führten ihn ab. Er leistete keinen Widerstand
Die Polizei nahmen den Tatverdächtigen in der Bank fest und führten ihn ab. Er leistete keinen WiderstandArmin Weigel/dpa

Nach der tödlichen Messerattacke in einer Regensburger Bankfiliale gaben die Ermittler nun Details bekannt. Ein Mitarbeiter der HypoVereinsbank wurde bei dem Angriff so schwer verletzt, dass er wenig später im Krankenhaus starb. Tatverdächtig ist ein 20-Jähriger, der nach einem stundenlangen Polizeieinsatz festgenommen wurde. Was weiß man über ihn und das Motiv der Tat?

Donnerstagnachmittag in der HypoVereinsbank-Filiale im Stadtteil Prüfening der bayrischen Stadt Regensburg. Gegen Viertel vor Drei betrat der 20-jährige Deutsche die Bank. Er hielt einen Zettel hoch, auf dem etwas von einem Überfall stand. Dann hielt er ein Küchenmesser in die Luft, fragte nach dem Filialleiter und ging vorbei am Tresen auf einen Bankmitarbeiter zu.

Der Tatverdächtige attackierte den Bankmitarbeiter mehrfach mit dem Messer. Dann zog er sich zurück. Bei dem Opfer soll es sich laut Medienberichten um den Filialleiter handeln. Er wurde schwerst verletzt. In der Bank waren außerdem als Kunden ein Ehepaar mit einem wenige Monate alten Kind und ein weiterer Bankangestellter. Sie halfen dem Opfer in einen anderen Raum und leisteten Erste Hilfe, wie die Polizei mitteilte.

Durch ein Fenster gelang es schließlich, den Schwerverletzten nach draußen zu bringen, wo er vom Rettungsdienst erstversorgt und in ein Krankenhaus gebracht wurde. Doch die Ärzte  konnten nichts mehr für ihn tun, der 58-Jährige erlag seinen Verletzungen.

SEK stellte den 20-jährigen Messermann auf dem Klo

Nach dem Angriff hatte sich der Tatverdächtige in andere Räume zurückgezogen. Die Polizei war inzwischen mit einem Großaufgebot angerückt. Der Bereich rund um die Bank wurde abgesperrt. Zeitweise befürchteten die Einsatzkräfte, dass sich weitere Personen in der Gewalt des Mannes befinden könnten.

Das Paar mit den Baby und der Kundenberater konnten unverletzt aus dem Gebäude gebracht werden. Anschließend schlugen schwer bewaffnete Spezialkräfte zu und nahmen den Tatverdächtigen in der Filiale fest. Er war im Bereich der Toiletten. Er leistete keinen Widerstand. Wenig später führten Beamte den 20-Jährigen in einem weißen Schutzoverall ab. 

Die HypoVereinsbank in Prüfening ist eine bargeldlose Filale. Der mutmaßliche Täter hätte hier gar kein Bargeld erbeuten können.

Ein Tag nach der tödlichen Messerattacke auf den Filialleiter der Bank in Regensburg wird  der mutmaßliche Täter zum Haftrichter gebracht.
Ein Tag nach der tödlichen Messerattacke auf den Filialleiter der Bank in Regensburg wird der mutmaßliche Täter zum Haftrichter gebracht.Armin Weigel /dpa

Das weiß man über den Messer-Angreifer von Regensburg

Am heutigen Freitagnachmittag gaben Polizei und die Staatsanwaltschaft Oberpfalz in Regensburg Auskunft zum Stand der Ermittlungen und zur Person des Tatverdächtigen.

Demnach war der 20-Jährige in der Nacht zu Donnerstag – also in der Nacht vor der Tat – in Polizeigewahrsam. Er sei zur Polizei gekommen und habe sich selbst stellen wollen, unter anderem weil er seinen Angaben zufolge eine Bierflasche auf ein Polizeigelände geworfen habe, sagte Polizei-Einsatzleiter Erwin Frankl. Der junge Mann gab an, Autos beschädigt zu haben, was jedoch nicht festgestellt werden konnte. Es habe keine Haftgründe gegeben, weswegen er wieder auf freien Fuß gesetzt worden sei.

Laut der Ermittler lebt der 20-Jährige in einer Jugendeinrichtung. Er war mehrfach als vermisst gemeldet worden, weil er nicht rechtzeitig dorthin zurückgekehrt war. Auch polizeilich war er bereits mehrfach in Erscheinung getreten. Bei Personenkontrollen in den vergangenen Jahren wurde einmal ein Messer bei ihm sichergestellt und einmal ein Elektroschocker. Gegen ihn war 2023 ein Waffenbesitzverbot ausgesprochen worden.

Tatverdächtiger lebte zuvor in Berlin

Der 20-Jährige lebte die letzten zwei Jahre in Berlin, wie die Ermittler sagten, und sei erst im Juni nach Regensburg zurückgekehrt. Sein Motiv zu der tödlichen Attacke in der Bank sei bislang noch „relativ unklar“, sagte Robert Fuchs von der Kriminalpolizei Regensburg. Der getötete Bankmitarbeiter war nach ersten Erkenntnissen der Ermittler wohl ein Zufallsopfer. Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Tatverdächtigen lägen nicht vor, sagte Thomas Schug von der Staatsanwaltschaft. Ein Gutachten steht noch aus.

Der 20-jährige Deutsche sitzt nun in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus, in Tateinheit mit versuchter schwerer räuberischer Erpressung. Es gebe derzeit keine Anhaltspunkte dafür, dass der Mann schuldunfähig sei. Drogen seien bei ihm nicht gefunden worden. Er mache einen relativ geordneten Eindruck, hieß es von den Ermittlern. Eine Kommunikation mit dem 20-Jährigen sei möglich, er mache jedoch bislang vom Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.