Spaziergänger am Tegeler See. Es war angenehm warm, aber auch windig am Donnerstag in Berlin. Foto: dpa/Wolfgang Krumm

Tief „Goran“ hat Deutschland am Donnerstag stürmisches Wetter gebracht. Während in Berlin und Brandenburg immerhin Winböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h über die Lande zogen, wurden andere Regionen Deutschlands durchaus heftiger getroffen. Vor allem in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen rückten Feuerwehr und Polizei am Donnerstag zu zahlreichen Einsätzen aus.

Der starke Wind warf Bäume und Schilder um, Mülltonnen wurden durch die Gegend geschleudert und Gebäude beschädigt. Betroffen war auch der Bahnverkehr auf der ICE-Strecke zwischen Köln und Amsterdam. Wegen umgestürzter Bäume zwischen Oberhausen und Emmerich am Niederrhein wurden Züge umgeleitet und hatten teils 45 Minuten Verspätung.

In Duisburg ist durch Sturmtief „Goran“ ein Gerüst umgestürzt. Foto: imago images/Christoph Reichwein

Aus Niedersachsen wurden mehrere wetterbedingte Verkehrsunfälle gemeldet. Im ostfriesischen Landkreis Aurich wurde ein kleinerer Lastwagen von einer Sturmböe erfasst und in den Straßengraben geschleudert, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Der Fahrer wurde leicht verletzt. In Groß Berßen im Emsland geriet ein leerer Bus in eine Windböe. Der Fahrer verlor die Kontrolle und kam von der Straße ab.

Die höchsten Windgeschwindigkeiten in Niedersachsen registrierte der DWD am Donnerstag auf der Nordseeinsel Spiekeroog mit 104 und in Diepholz mit 102 Stundenkilometern. In Nordrhein-Westfalen verzeichnete der DWD in Geilenkirchen nahe der Grenze zu den Niederlanden eine Windgeschwindigkeit von 100 km/h.

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Auch in Großbritannien hinterließ „Goran“ Spuren. Der Sturm brachte starke Regen- und Schneefälle im Großraum Manchester und im Norden von Wales. An mehreren Flüssen wurden „gefährlich hohe Wasserstände“ gemessen. Tausende Menschen verließen wegen Hochwassergefahr in der Nacht zum Donnerstag ihre Häuser und Wohnungen.

In Großbritannien sorgte Goran teilweise für Schneefall. Foto: dpa/Jane Barlow

Auch die Nacht zum Freitag soll im gesamten Bundesgebiet, vor allem aber im Südwesten, Westen und in der Mitte stürmische Böen geben. Teils schwere Sturmböen kann es auf Berggipfeln, an der Nordsee und durch Föhn an den Alpen geben. Auf manchen Gipfeln sind auch Orkanböen möglich. Denn Tief „Goran“ wird direkt von Tief „Hakim“ abgelöst. 

Auch in Berlin soll es daher am Freitag einzelne Windböen geben. Bei Temperaturen von bis zu zehn Grad soll es weitgehend bewölkt bleiben. Wer Glück hat, kann hier und da die Sonne durchblitzen sehen.