So sah es nach der Silvesternacht 2019/2020 in Prenzlauer Berg aus. In diesem Jahr gab es viel weniger Böller-Müll. Foto:  imago images/F. Boillot

Die einen brachte es auf die Palme, für die anderen könnte jedes Silvester so ablaufen. Das Böllerverbot in diesem Jahr hat Deutschland gespalten. Immerhin der Umwelt tat dieser Jahreswechsel ohne großen Knall richtig gut. Wie eine Studie zeigt, wurden durch das Verkaufsverbot von Böllern und Raketen mehrere Tausend Tonnen Plastikmüll verhindert. 

Das Ziel des Böllerverbotes war klar. Menschen sollten sich nicht auf den Straßen zum Knallen zusammenrotten, zudem sollten die wegen der Corona-Pandemie ohnehin am Limit befindlichen Krankenhäuser nicht weiter überlastet werden. Als positiver Nebeneffekt galt stets zudem, dass in der Nacht nicht so viel Feinstaub in die Luft geblasen wird, der laut Studien Menschen anfälliger für Covid-19 macht. Dass ohne Böllerei auch weniger Plastikmüll entstehen würde, schien auch klar. Doch wie groß die Zahlen sind, dachte sicher kaum jemand: Eine neue Untersuchung zeigt: Rund 3500 Tonnen wurden verhindert!

Jedes Jahr werden 40.000 Tonnen Pyrotechnik verkauft

Die Studie der Hochschule Pforzheim lieferte die konkreten Zahlen. Um die Kunststoffemissionen aus Feuerwerk zu berechnen, haben die Wissenschaftler eine sogenannte Sortier- und Werkstoffanalyse von Feuerwerkkörpern gemacht und wendeten die auf die üblichen Feuerwerksverkäufe in Deutschland an. Die besagen: Jedes Jahr werden rund 130 Millionen Euro in Deutschland für rund 40.000 Tonnen Pyrotechnik ausgegeben.

Dass am Ende 3500 Tonnen Plastikmüll herauskamen, ist gar nicht so überraschend. Denn auch, wenn ein Böller nach seiner Explosion lediglich nach ein bisschen zerfetzter Pappe aussieht, gehören auch zahlreiche Kunststoffe, Holz und Ton zu den Überresten eines Silvesterböllers. Übrigens bleiben nach der Explosion rund zwei Drittel eines solchen Böllers als Müll zurück.