Falsche Mahnungen

Neue Betrugsmasche bei PayPal! Kriminelle kaufen, ahnungslose Kunden sollen zahlen

Kriminelle nutzen geklaute Daten für sogenannte PayPal-Gastzahlungen. Betroffene erhalten Mahnungen für Einkäufe, die sie nie getätigt haben.

Author - Tobias Esters
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Immer mehr Nutzer berichten von Mahnungen wegen angeblicher Gastzahlungen über PayPal.
Immer mehr Nutzer berichten von Mahnungen wegen angeblicher Gastzahlungen über PayPal.Samuel Boivin/imago

PayPal-Nutzer in ganz Deutschland schlagen Alarm. Immer häufiger landen Zahlungsaufforderungen und Mahnungen im Briefkasten für Einkäufe, die Betroffene nie getätigt haben. Dahinter steckt eine perfide Masche mit sogenannten Gastzahlungen. Kriminelle kaufen mit fremden Bankdaten ein und am Ende sollen unschuldige Kontoinhaber zahlen.

So funktioniert der PayPal-Trick

Die Täter nutzen die Möglichkeit der PayPal-Gastzahlung. Diese erlaubt es bei manchen Onlineshops, auch ohne eigenes PayPal-Konto per Lastschrift zu zahlen. Dafür reichen Name, Adresse und IBAN. An diese sensiblen Daten gelangen Betrüger etwa durch Phishing-Mails, Datenlecks, unseriöse Gewinnspiele oder gehackte Router.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale gegenüber Ruhr24 funktioniert der Trick immer gleich. Die Kriminellen bestellen Ware in einem Onlineshop und wählen die Zahlung per Lastschrift über PayPal. Weder Händler noch Bank prüfen in diesem Moment, ob die Zahlung tatsächlich autorisiert wurde. Das Geld wird vom Konto des Opfers abgebucht.

Für diese Zahlung wird automatisch ein sogenanntes Gastkonto bei PayPal angelegt. Wird die Lastschrift später zurückgebucht, entsteht dort ein Minus. Und genau dafür verschickt PayPal dann Mahnungen.

Phishing-SMS wie diese sollen Empfänger dazu bringen, auf gefälschte Links zu klicken.
Phishing-SMS wie diese sollen Empfänger dazu bringen, auf gefälschte Links zu klicken.dpa/Wolf von Dewitz

In der Regel muss der Betrag nicht gezahlt werden. Laut Rechtsanwältin Anna-Lucia Kürn auf dem Portal anwalt.de besteht bei einer nicht autorisierten Gastzahlung meist gar kein wirksamer Vertrag zwischen der betroffenen Person und PayPal. Es fehlen die Registrierung und die Zustimmung zu den Geschäftsbedingungen. Zudem schützt das Zahlungsdiensterecht Verbraucher.

So reagieren Sie richtig auf eine PayPal-Mahnung

Wer eine Zahlungsaufforderung erhält, sollte nicht in Panik geraten – aber schnell handeln. Der Forderung sollte schriftlich widersprochen werden. Klar und nachweisbar mitteilen, dass keine Zahlung autorisiert wurde. Gleichzeitig sollte PayPal aufgefordert werden, die missbräuchliche Nutzung der Daten zu unterbinden.

Zweitens kann eine Rückbuchung erfolgen. Innerhalb von acht Wochen ist das ohne Begründung möglich. Bei einer nicht autorisierten Lastschrift sogar bis zu 13 Monate. Je schneller reagiert wird, desto besser.

Mit diesen Tipps bleiben Ihre Daten sicher

Der beste Schutz vor Datenklau beginnt im Alltag. IBAN und persönliche Daten sollten nur an seriöse Händler weitergegeben werden. Kontoauszüge sollten regelmäßig kontrolliert werden, um verdächtige Abbuchungen sofort zu erkennen.

Sinnvoll ist es auch, Push-Benachrichtigungen für Kontobewegungen oder PayPal-Zahlungen zu aktivieren. So fällt ungewöhnliche Aktivität sofort auf.

Sogenannte Phishing-Mails lassen sich oft an verdächtigen Absenderadressen, Rechtschreibfehlern oder ungewöhnlichem Zeitdruck erkennen. Links sollten niemals direkt aus E-Mails heraus angeklickt werden. Besser ist es, die Webseite manuell im Browser aufzurufen.