Katholisch, evangelisch – und jetzt auch muslimisch: Penzberg in Oberbayern weist an seinen Ortseingängen künftig auch auf das Freitagsgebet der Moschee hin. Nach Einschätzung des zuständigen Imams ist das bundesweit ein Novum.
„Ein Zeichen der Wertschätzung, der Gleichbehandlung der Religionsgemeinschaften und der gelebten Religionsfreiheit" – so beschreibt Imam Benjamin Idriz die neuen Hinweisschilder, die seit Dienstag an den Zufahrtsstraßen nach Penzberg in Bayern stehen.
Wo bislang nur die Gottesdienstzeiten der katholischen und der evangelischen Gemeinde vermerkt waren, informiert jetzt ein drittes Schild über das Freitagsgebet der islamischen Gemeinde. An einer Zufahrtsstraße hängt die neue Tafel bereits, drei weitere Standorte im Stadtgebiet sollen folgen.

Die Schilder-Kombination gibt es wohl nur in Penzberg
„Nach unserem Kenntnisstand handelt es sich tatsächlich um das erste offizielle kommunale Hinweisschild in Deutschland, das gemeinsam mit den Gottesdienstzeiten der katholischen und evangelischen Kirchen auch auf das muslimische Freitagsgebet aufmerksam macht“, sagt Benjamin Idriz. Ob es eine solche Schilderkombination anderswo bereits gibt, konnte selbst die Stadtverwaltung nicht sagen – der nötige Überblick fehle.
Für den Imam ist es mehr als eine praktische Information für Ortsfremde. „Gerade in einer Zeit, in der Vorurteile, Hass und Polarisierung zunehmen, senden solche sichtbaren Zeichen eine wichtige Botschaft: Menschen unterschiedlichen Glaubens gehören selbstverständlich zu unserer Gesellschaft und begegnen einander mit Respekt", betonte Benjamin Idriz.
Bei Erneuerung der Schilder kam das Freitagsgebet dazu
Entstanden ist die Idee eher beiläufig: Bei einer Gesprächsrunde zwischen dem Bürgermeister und Vertretern der verschiedenen Religionsgemeinschaften ging es ursprünglich nur um die Erneuerung der alten, verblichenen Infotafeln zu den Gottesdiensten.
Man einigte sich darauf, gleich eine Tafel für das Freitagsgebet zu ergänzen. Die Stadt selbst spricht von einem Zeichen gelebter Ökumene und einem Signal für gegenseitigen Respekt und interreligiösen Dialog, wie sie auf Facebook mitteilte.
Die islamische Gemeinde im Landkreis Weilheim-Schongau zählt zu den bekanntesten in Bayern. 2019 stattete ihr sogar Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen Besuch ab.

