Schüsse in Jugendeinrichtung

Sechs Tote, zwei Festnahmen in Stade – was bisher bekannt ist

Im niedersächsischen Stade erschüttert ein Amoklauf in einer Jugendhilfeeinrichtung die Stadt: Sechs Erwachsene werden getötet. Was bisher bekannt ist.

Author - Sebastian Krause
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In Stade westlich von Hamburg sind sechs Menschen durch Schüsse getötet worden.
In Stade westlich von Hamburg sind sechs Menschen durch Schüsse getötet worden.Fabian Höfig/NEWS5/dpa

Nach tödlichen Schüssen in Stade steht die niedersächsische Hansestadt unter Schock. In einer Jugendhilfeeinrichtung wurden am Montag sechs Erwachsene getötet, mehrere Menschen wurden verletzt – einige von ihnen schwer.

Zwei Verdächtige werden festgenommen

„Es gibt mehrere Menschen, die zum Teil schwer verletzt wurden“, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben der Ermittler ist nicht auszuschließen, dass die Zahl der Todesopfer noch steigt. Zwei Verdächtige wurden festgenommen, darunter auch der mutmaßliche Schütze.

Bisher kein Hinweis auf Clankriminalität

Die Tat ereignete sich nach Polizeiangaben in einer Einrichtung, in der Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht sind. Zu den Identitäten der getöteten Menschen und der Tatverdächtigen machte die Polizei zunächst keine Angaben. Auch die Rolle der zweiten festgenommenen Person ist noch unklar.

Einsatzkräfte zur Krisenintervention stehen auf einer Straße in Stade. Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen.
Einsatzkräfte zur Krisenintervention stehen auf einer Straße in Stade. Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen.Fotoreport-DB/dpa

Die Ermittlungen zum genauen Ablauf und zu den Hintergründen laufen. Laut Polizei gibt es nach ersten Erkenntnissen keinen Zusammenhang zur sogenannten Clankriminalität. Der „Spiegel“ berichtet indes, dass es sich bei der Tat um eine Beziehungstat gehandelt haben soll. Es gebe persönliche Bezüge in die Jugendeinrichtung.

Aktuell besteht für die Bevölkerung keine Gefahr

Polizei und Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot an. Der Bereich rund um den Tatort wurde weiträumig abgesperrt. Anwohnerinnen und Anwohner sollten die Umgebung verlassen und den Anweisungen der Einsatzkräfte folgen.

Wir sind froh, dass es unseren Mitarbeitenden und den Kindern in Kita und Grundschule gut geht, und ich bedanke mich bei den Polizistinnen und Polizisten für ihren Einsatz in dieser unübersichtlichen Lage.

Carsten Brokelmann, Stadtrat von Stade

„Aktuell besteht keine weitere Gefahr für die Bevölkerung“, sagte die Polizeisprecherin. Auf Bildern vom Einsatzort waren zahlreiche Polizeifahrzeuge, Rettungskräfte und Kriminaltechniker in weißen Schutzanzügen zu sehen.

Kita-Kinder sind bei Angriff sicher im Gebäude

In unmittelbarer Nähe der Jugendhilfeeinrichtung befinden sich auch eine Kindertagesstätte und eine Grundschule. Nach Angaben der Stadt Stade bestand für beide Einrichtungen keine Gefahr. Die Stadt habe nach Bekanntwerden der Schüsse umgehend Kontakt zu den Einrichtungen aufgenommen. Die Kita-Kinder seien zum Zeitpunkt der Tat im Gebäude gewesen, Schulkinder konnten später von ihren Eltern abgeholt werden.

Stades Stadtrat Carsten Brokelmann dankte den Einsatzkräften und zeigte sich erleichtert, dass die Kinder und Beschäftigten der benachbarten Einrichtungen unverletzt blieben. „Wir sind froh, dass es unseren Mitarbeitenden und den Kindern in Kita und Grundschule gut geht, und ich bedanke mich bei den Polizistinnen und Polizisten für ihren Einsatz in dieser unübersichtlichen Lage“, sagte Brokelmann laut Mitteilung der Hansestadt Stade. Zugleich sprach er den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus: „Gleichzeitig gilt unser tiefes Mitgefühl den Opfern dieser schrecklichen Tat sowie deren Hinterbliebenen.“

Polizei warnt vor Falschmeldungen in Chatgruppen

Die Polizei warnte am Nachmittag zudem vor Falschmeldungen. In sozialen Netzwerken und Chatgruppen kursierten unbestätigte Informationen zur Tat und zur Einsatzlage. Die Polizei stellte klar: „Die kursierenden Darstellungen entsprechen nicht dem derzeit polizeilich bestätigten Sachstand.“ Zugleich appellierten die Behörden, keine ungeprüften Meldungen, Sprachnachrichten oder Gerüchte weiterzuverbreiten, weil dies Menschen verunsichern und polizeiliche Maßnahmen erschweren könne.

Was genau in der Jugendhilfeeinrichtung geschah, müssen die Ermittler nun rekonstruieren. Bislang ist weder bekannt, in welcher Beziehung die Verdächtigen zu den Opfern standen, noch welches Motiv hinter der Tat stehen könnte. Gesichert ist bisher nur: Es handelt sich nach Polizeiangaben um ein Tötungsdelikt in einer Jugendhilfeeinrichtung, sechs Erwachsene starben, mehrere Menschen wurden verletzt, und zwei Verdächtige befinden sich in Gewahrsam.

Stade gehört zur Metropolregion Hamburg

Stade liegt westlich von Hamburg und gehört zur Metropolregion Hamburg. Die Hansestadt hat knapp 48.700 Einwohner und gilt als westliches Tor zum Alten Land, dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Deutschlands. Der Tatort liegt damit in einer Stadt, die sonst vor allem für ihre historische Altstadt, die Nähe zur Elbe und ihre Lage zwischen Hamburg und dem Alten Land bekannt ist.

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