Moabit – Ein Mordkomplott am Ende der Ehe: Eine Krankenpflegerin wollte ihren Ex umbringen lassen. Für 5000 Euro. Vor Gericht flossen Tränen.
Das Urteil hörte Anja J. (37) mit gesenktem Kopf: drei Jahre und drei Monate Gefängnis. Die Richterin: „Schuldig der versuchten Anstiftung zum Mord.“ Ein mildes Urteil, weil Anja J. gestand. Und weil sie sich „in einem emotionalen Ausnahmezustand“ befunden habe.
Der bizarre Fall. 15 Jahre waren sie ein Paar, zehn Jahre davon verheiratet. Robert J. (45, Kraftfahrer) brachte eine kleine Tochter mit in die Ehe, es gibt ein gemeinsames Kind. Die Patchworkfamilie funktionierte: Anja J. liebt das Mädchen wie ihr eigenes Kind.
3200 Euro „Erfolgsprämie“ vereinbart
Doch 2022 der Bruch: Robert J. zog zu einer anderen Frau. Es gab viel Zoff, ein Hin und Her, ein Gezerre auch um seine Tochter Julia (Name geändert). Sie blieb zunächst bei der Stiefmutter, die das Mädchen unbedingt bei sich behalten wollte.
Anja J. jammerte vor Gericht: „Ich habe es emotional kaum ausgehalten, erst meinen Mann und dann das Kind zu verlieren.“ Robert J. als Zeuge: „Es gab viel Stress nach der Trennung. Tausende falsche Behauptungen von ihr.“ Und Tochter Julia sei hineingezogen worden.
Sie war 13, sah ihre Stiefmutter, die verzweifelt war, vermehrt zum Alkohol griff. Das Mädchen hörte vom mörderischen Plan – und stellte den Kontakt zu einer vermeintlichen Auftragskillerin her. Es handelt sich um die Mutter einer Schulfreundin. Ein Treffen der Frauen am 20. Juli 2023. Anja J. zahlte 1800 Euro – weitere 3200 Euro wurden als „Erfolgsprämie“ vereinbart.


