Prozess

Kippen-Sünder beißt Ordnungsamts-Mitarbeiter ins Gesicht

Als er ein Ordnungsgeld bezahlen sollte, drehte der Senegalese durch und verletzt einen Kontrolleur schwer.

Author - Berliner KURIER
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Der Angeklagte Banna K.
Der Angeklagte Banna K.Pressefoto Wagner

Erst Kippe achtlos weggeworfen, dann Mitarbeiter des Ordnungsamtes geschlagen und gebissen: Für den aggressiven Müllsünder gab es vor Gericht kein Pardon.

Mechaniker Banna K. (31) auf der Anklagebank. Er versuchte es mit Ausreden: „Ich hatte geraucht, dann kamen mehrere Leute auf mich zu. Ich habe nicht verstanden, worum es geht.“ Seine Anwältin: „Er war verirrt, hat leider überreagiert.“

Senegalese wurde sofort aggressiv

Er wurde am 26. August 2025 an einer Bushaltestelle am S-Bahnhof Pankow erwischt. Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren in Zivil unterwegs. Ein Routine-Einsatz gegen „Kleinstvermüllung“ durch Zigarettenstummel, Kronkorken, Becher oder Taschentücher.

Gegen 13.25 ertappten sie K., als er seine Kippe auf dem Gehweg entsorgte. Florian E. (34) und Mike U. (40) zückten ihren Dienstausweis, sprachen ihn an, verlangten seine Personalien. Ein Verwarngeld von 55 Euro sollte er zahlen. E. zur Richterin: „Doch der Passant wurde sofort aggressiv.“

Auf Deutsch und Englisch erklärten sie ihm die Lage. Senegalese K. aber aufgebracht: „Ihr habt mir gar nichts zu sagen! Lasst mich in Ruhe.“ Als sie verhindern wollten, dass er in einen Bus steigt, ballte er laut Anklage die Fäuste.

Klaffende Wunde nach Biss ins Gesicht

Der eine Mitarbeiter des Ordnungsamtes wurde an der Schulter getroffen, der andere an der Stirn. Dann ein Biss ins Gesicht – eine klaffende Wunde im Wangen- und Kinnbereich. Zudem die Gefahr einer Infektion, denn K. soll an einer ansteckenden Krankheit leiden. Über Wochen hinweg musste E. deshalb Tabletten nehmen.

Für Banna K. nun seine Anwältin: „Er machte Abwehrbewegungen mit den Armen, lag dann auf dem Boden, hat gebissen und um sich geschlagen.“ K. habe niemanden verletzen wollen – „er möchte sich entschuldigen.“

Elf Wochen war Opfer E. krankgeschrieben. Die Strafe gegen den wegen Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Amtsträger bereits vorbestraften Kippen-Sünder fiel deutlich aus: 14 Monate Haft ohne Bewährung. Die Richterin überzeugt: „Sie hatten verstanden, worum es ging. Sie wollten nicht zahlen.“ KE.