Larissa S. im Gerichtsaal Pressefoto Wagner

Sie wünschten sich vollere Lippen oder wollten Fältchen loswerden. Doch für einige Kunden von Larissa S. (40) gab es nach der Botox-Spritze ein böses Erwachen.

Hässliche Folgen listete der Staatsanwalt nun auf: Starke Dellen unter den Augen bei Tina M. (43). Schwellungen und Rötungen im ganzen Gesicht und Schmerzen ohne Ende bei Jochen T. (53). Extremes Anschwellen der Lippen bei einer weiteren Kundin, in einem anderen Fall entwickelten sich Knubbel.

Larissa S. gab sich als Heilpraktikerin aus und zog die Beauty-Spritze auf – oft in einem Friseursalon in Kudamm-Nähe. Um 34 Fälle ging es vor Gericht. Betroffen zwölf Frauen und vier Männer, die bis zu 300 Euro zahlten.

Lesen Sie auch: Dank Homeoffice und Maske: Schönheits-OP ist Corona-Trend>>

Jede Botox- oder Hyaluron-Spritze eine gefährliche Körperverletzung. Denn Larissa S., jetzt Krankenpflegehelferin, hat keine Qualifikation für solche Eingriffe und keine Erlaubnis. In 13 der Fälle sei es zu Verletzungen „durch Beibringung von Gift“ gekommen.

Kurz ihre Antwort auf die Vorwürfe: „Tut mir leid, so war es.“ Ihr Gesicht ist glatt und madonnenhaft – „viel gemacht daran“, so eine Zuschauerin. Tatsächlich sah Larissa S. anders aus, als sie für zwei Wochen ein TV-Sternchen sein durfte: Sie war 2003 im Big-Brother -Haus.

Von 2016 bis März 2018 setzte sie Spritzen. Ihre Kunden hofften: Ein kaum spürbarer Stich - und bald scheinen die feinen Linien um die Augen wie ausradiert.

Tina M.: „Ich dachte, sie hat Ahnung.“ Beate L. (Namen der Opfer geändert) musste nach einer Augen-Unterspritzung feststellen: „Es war die Katastrophe.“ Sie ging zwei Tage nach dem Eingriff zu Larissa S., die aber habe sie weggeschickt: „Das ist normal, mancher reagiert eben empfindlicher.“

Weil sie gestand, kam sie glimpflich davon: Wegen gefährlicher Körperverletzung und unerlaubter Ausübung der Heilkunde zwei Jahre Haft auf Bewährung.