Der Messer-Mord schockiert Belgien (Symbolfoto).   Foto: imago images/Karina Hessland

Ein Gericht hat eine 89-jährige Belgierin am Freitag wegen Mordes an ihrer besten Freundin schuldig gesprochen. Die Frau hatte nach Überzeugung des Gerichts in Arlon im Januar 2015 ihre 93-jährige Freundin erstochen, die sie als ihre Haupterbin eingesetzt hatte. Das Strafmaß soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden.

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Ein befreundetes Paar hatte die Leiche der 93-Jährigen in einer Blutlache in deren Haus gefunden. Rasch fiel der Verdacht auf ihre Freundin, die sie wenige Stunden zuvor wie jeden Tag besucht hatte. In ihrem Wagen fanden die Ermittler DNA-Spuren des Opfers – die Mörderin hatte sich offenbar bei der Tat mit Blut beschmiert.

Die kinderlose 93-Jährige wollte laut Anklage 70 Prozent ihres Vermögens ihrer Freundin vermachen, zuvor hatte sie der 89-Jährigen bereits 300.000 Euro geschenkt. Zeugen zufolge hatte es vor dem Tod der Frau zunehmende Spannungen zwischen den beiden gegeben, weil sich die 89-Jährige ständig in das Leben ihrer älteren Freundin eingemischt habe. Vermutlich habe sie gefürchtet, aus dem Testament der 93-Jährigen gestrichen zu werden, sagte ein Nebenklageanwalt.

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Die Angeklagte hatte die Vorwürfe stets bestritten. Vor Gericht antwortete sie auf alle Fragen, sie könne sich nicht mehr erinnern. Nach dem Willen der Staatsanwalt soll die 89-Jährige für mindestens zehn Jahre in Haft.