Das Verbrechen ereignete sich auf einem Aussiedlerhof bei Güglingen. Das Motiv der Tat war weiterhin unklar. Foto: imago images / localpic

Weil er seinen 15-jährigen Bruder ermordet haben soll, muss sich ein Mann seit Mittwoch vor Gericht in Heilbronn verantworten. Der Mann, der zur Tatzeit 17 Jahre alt war, soll den Teenager auf dem Reiterhof der Familie bei Güglingen mit einem Messer erstochen haben. Der Prozess hat unter Ausschluss der Öffentlichkeit begonnen. Die Verteidigung des jungen Mannes äußerte sich vor dem Start des Verfahrens zunächst nicht zu den Hintergründen der Tat.

Der Jugendliche soll nach Darstellung der Anklage zehnmal auf seinen Bruder eingestochen und ihn getötet haben. Auf seinen zur Tatzeit 54 Jahre alten Vater habe er anschließend 29 Mal eingestochen. Dieser wurde lebensgefährlich verletzt und überlebte die Messerattacke seines Sohnes. Dieser verletzte sich anschließend selber und musste ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden.

Das Verbrechen ereignete sich auf einem Aussiedlerhof. Das Motiv der Tat war weiterhin unklar. Der Prozess wird vor der Jugendkammer verhandelt. Am ersten Verhandlungstag wurde der Bereich in der Nähe des Verhandlungssaal für den Publikumsverkehr abgesperrt.

Für den Prozess sind knapp 60 Zeugen und vier Sachverständige geladen und Termine bis zum Jahresende vorgesehen. Dem jungen Mann drohen maximal zehn Jahre Jugendstrafe. Das ist die Höchststrafe im Jugendstrafrecht.