Die Berliner Schulen haben wieder geöffnet. Doch nur für bestimmte Klassen und unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen.  Foto: Jürgen Carstensen/dpa

Mehr Schüler in den Schulen, Frust bei den Eltern, viele offene Fragen: Die erste Woche, nachdem die Klassen 1, 5 und 7 und Schüler, die besondere Unterstützung brauchen, wieder Unterrichtsangebote in der Schule bekommen sollten, ist vorüber. Wie ist es gelaufen?

„Mein Erstklässler ist beim Abholen erst mal in Tränen ausgebrochen“, sagt eine Mutter aus Kreuzberg. Fast neun Wochen lang war der Kleine nicht mehr in der Schule gewesen, hatte sich wieder entwöhnt. Und nun ist auch noch alles anders: Um das Infektionsrisiko zu senken, haben die Schulen die Klassen halbiert, gedrittelt oder sogar geviertelt, Schultage sind oft nur drei oder vier Stunden lang, Hofpausen sind bei den meisten gestrichen, es wird streng auf Abstand und regelmäßiges Händewaschen geachtet.

Frust der Eltern steigt

Weil dadurch an vielen Schulen nur noch wenig Platz und Zeit für jeden einzelnen Schüler bleibt, kommt es zu vielen Absurditäten: Eltern berichten dem KURIER von Kindern, die vor den Sommerferien nur noch einen einzigen Schultag abbekommen. Oder einen in der Woche, an einem Freitag – der in der nächsten ein beweglicher Ferientag  ist.

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Frustrierend für Eltern, die sich nicht nur um den Lernstand ihrer Kinder Sorgen machen, sondern auch die Betreuung brauchen: „Eine Entlastung ist das nicht“, sagt eine Mutter. „Und das Schlimme ist, dass keiner weiß, was als Nächstes kommt. Wir wissen nur, dass dass dieses halbe Jahr verloren ist.“

Immerhin, eine gute Nachricht kam am Freitag noch: Fast 91 Prozent der zukünftigen Siebtklässler haben einen Platz an ihrer Erst-, Zweit-, oder Drittwunschschule bekommen, weiß die Senatsschulverwaltung, den anderen könne zumindest ein anderer Platz angeboten werden. Die Schulämter sollen die Infos, an welcher Schule es geklappt hat, um den 29. Mai verschicken.

Scheeres plant freiwillige „Sommerschulen“

Wie die 7. Klasse dann aussehen wird, ist aber noch völlig unklar. Alle Experten wissen: Normalen Schulunterricht wird es auch ab August nicht geben. Und kann der verlorene Stoff überhaupt noch aufgeholt werden, und wenn ja, wann? Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) will „Sommerschulen“ einrichten, die freiwillig besucht werden können, auch noch in den Herbstferien. Genaueres dazu ist aber noch nicht bekannt. Kinder, Eltern und Schulen haben viele Fragen, die noch beantwortet werden müssen. Denn bis jetzt wissen sie nur: Es bleibt alles anders.