Klare Ansage

Restsaison als Talente-Casting? Hertha-Coach Leitl: Nein!

Trainer Stefan Leitl hält nichts davon, jetzt Nachwuchsspieler vermehrt einzusetzen, denn Hertha BSC braucht Siege für eine gute TV-Geld-Quote.

Author - Wolfgang Heise
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Trainer Stefan Leitl kann es immer noch. Präzise Schüsse verlangt er im Training auch von den jungen Spielern bei Hertha BSC.
Trainer Stefan Leitl kann es immer noch. Präzise Schüsse verlangt er im Training auch von den jungen Spielern bei Hertha BSC.IMAGO/nordphoto GmbH / Engler

Für Stefan Leitl ist die Saison trotz verpassten Aufstiegs noch nicht gelaufen. Vor dem Auswärtsspiel von Hertha BSC am Sonntag (13.30 Uhr) bei Fortuna Düsseldorf macht er klar, was er in den restlichen acht Spielen will: Siege! Eine Casting-Show für junge Talente aus der Akademie wird es bis Mai nicht geben.

Hertha braucht Siege: Es geht um das TV-Geld

Auf die Frage, ob vielleicht jetzt mehr jüngere Spieler zum Einsatz kommen, antwortet Leitl knallhart: „Nein, wir sind im Leistungsfußball unterwegs. Für uns geht es um sehr viel in diesem Jahr, auch wenn der Aufstieg erstmal weg ist. Es geht darum, die bestmögliche Platzierung zu erreichen. Denn da geht es um sehr viel Geld.“

Kennet Eichhorn zeigte bis zu seiner Verletzung im Januar Topleistungen. Das 16-jährige Wunderkind wurde bei Hertha-Trainer Stefan Leitl Stammspieler.
Kennet Eichhorn zeigte bis zu seiner Verletzung im Januar Topleistungen. Das 16-jährige Wunderkind wurde bei Hertha-Trainer Stefan Leitl Stammspieler.IMAGO/O.Behrendt

Der Verein braucht jeden Cent und ein besserer Platz am Ende der Saison heißt auch mehr TV-Geld. Das schrumpft nämlich immer mehr. In der vergangenen Saison kassierte Hertha BSC noch knapp 20 Millionen Euro. Aber nur deswegen, weil in der Fünf-Jahres-Wertung noch drei Bundesliga-Saisons dabei waren.

In der Bemessung für diese Saison sind es dann nur noch zwei. Weniger Geld gibt es sowieso. Aber Platz 5 oder 12 sind in der Zweiten Liga eben doch ein finanzieller Unterschied, auch wenn es am Ende vielleicht nur eine Million Euro sind.

Leitl ist da ganz und gar Vereinssoldat: „Deswegen ist es unsere Pflicht, das Maximale aus der Saison herauszuholen.“ Das beste Team für den Endspurt, für Experimente ist Leitl nicht zu haben.

Volles Vertrauen, weil er reif für die Zweite Liga ist. Hertha-Trainer Stefan Leitl schickt Supertalent Bobo Lum aufs Feld.
Volles Vertrauen, weil er reif für die Zweite Liga ist. Hertha-Trainer Stefan Leitl schickt Supertalent Bobo Lum aufs Feld.IMAGO/Michael Taeger

Keine Geschenke für Talente

Herthas Mannschaft ist schon sehr jung. Leitl hatte auch den Mut Youngster Kennet Eichhorn ins kalte Wasser zu schmeißen. Für den Coach geht es um Leistung – auch im Nachwuchsbereich und das macht er deutlich: „Generell: Wir werden hier keine Geschenke verteilen. Einsatzzeiten musst du dir verdienen. Das gilt für die Spieler, die zum Profikader gehören. Das gilt genauso für die jungen Spieler, die sich alle bei uns zeigen können und dürfen.“

Leitl will etwas sehen von den Talenten: „Wenn wir der Meinung sind, es ist jemand so weit, Zweite Liga zu spielen, wird er auch die Chance bekommen.“ Das sind keine leeren Versprechungen: Auch Bobo Lum ließ der Trainer erst in der U23 spielen, bevor er ihn in der Rückrunde bei den Profis spielen ließ. Leitl: „Du musst als junger Spieler dann auch durch die Tür gehen. Bobo hat es gemacht.“ Der junge Mittelfeldspieler wird auch Sonntag in Düsseldorf wieder im Kader sein.