Sonnenschein und blau-weißer Familientag. Hertha BSC lud seine Fans am Sonntag zum Saisoneröffnungsfest auf dem Olympiagelände ein. Der Andrang war riesig. Doch genauso groß sind auch die Fragezeichen der Anhänger: Was wird aus Hertha in der neuen Saison? Topspieler wurden wegen des knallharten Sparkurses verkauft, doch es gibt bisher noch keinen Neuzugang. Geschäftsführer Dr. Peter Görlich versuchte alle bei seinem Begrüßungswort zu beruhigen.
Hertha-Boss Görlich: „Wir haben einen klaren Plan“

Jahrhundert-Talent Kennet Eichhorn, Kapitän Fabian Reese und Michael Cuisance wurden verkauft, doch langsam wächst die Ungeduld, denn der Kader hat bisher nur 24 Mann. Die dringendsten Baustellen sind ein neuer Mittelstürmer und ein linker Außenverteidiger. Hertha ist bisher der einzige Profi-Klub Deutschlands, der noch keinen neuen Spieler geholt hat.
Dr. Görlich erklärte die Situation so: „Wir sind am Beginn einer gemeinsamen Reise. Und solche Reisen muss man vorbereiten. Bei solchen Reisen fängt es auch mal an zu regnen. Es wird nur funktionieren, wenn wir gemeinsam tatsächlich auch bei Regen das Lachen nicht verlieren.“
Er warb um Vertrauen: „Ihr wisst, dass wir große Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen haben. Wir müssen daran glauben, dass die Strategie greift. Wir arbeiten sehr hart an dieser Strategie. Und es macht euch vielleicht an der einen oder anderen Stelle nervös. Das ist vollkommen legitim. Wir haben aber einen klaren Plan, was in den nächsten Tagen, Wochen passieren wird.“

Leitl wünscht sich bis Freitag neue Spieler
Bis zum Start des Trainingscamps am Freitag in Kitzbühel könnte der erste Neuzugang präsentiert werden. So will es wenigstens Trainer Stefan Leitl, der nach dem 3:1-Test bei Lok Leipzig noch mal wiederholte: „Es muss jetzt definitiv was passieren. Das ist auch Fakt. Der Wunsch ist groß, dass wir bis zum Trainingslager etwas hinbekommen. Das ist ein kurzer Zeitraum. Mal sehen, was geht. Jetzt liegt es am Verein zu handeln.“
Doch vorher könnte es noch den nächsten Abgang geben: Der Poker um Torwart Tjark Ernst mit Feyenoord Rotterdam läuft auch Hochtouren. Sonntag war der Keeper wenigstens noch bei Hertha und präsentierte sich den Fans und schrieb stundenlang wie alle anderen Profis auch fleißig Autogramme.

Ernst-Poker: Sonntag unterschrieb er Autogrammkarten
Doch seine Unterschrift auf ein neues Arbeitspapier bei Feyenoord könnte noch diese Woche folgen. Leitl will auch da eine schnelle Entscheidung: „Fakt ist, dass Tjark Begehrlichkeiten hat, dass Tjark Angebote hat. Jetzt liegt es nicht mehr bei mir, sondern zwei Etagen weiter oben. Jetzt muss eine Entscheidung her: gehen oder bleiben. Das ist das, was ich einfordere. Eine klare Entscheidung. Falls er gehen sollte, brauchen wir Alternativen.“


