Tjark Ernst Ernst (23) gilt als Verkaufskandidat bei Hertha BSC. Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg will den Torhüter unbedingt verpflichten. Auch andere Klubs sind an ihm dran. Für 5 Millionen Euro Ablöse könnte er gehen. So sieht die Ausstiegsklausel seines bis 2028 laufenden Vertrags aus. Geht Ernst wirklich?
Vor ihm gingen in den vergangen fünf Jahren sechs Torhüter, die mal im blau-weißen Kasten standen. Der KURIER schaute nach, was aus ihnen geworden ist. Von Karriereende, Wüste und Vizemeister ist alles dabei.
Rune Jarstein (41)
Der Norweger war von 2015 bis 2020 die unumstrittene Nummer 1 bei Hertha, in der Rückrunde 2020/21 hatte er sich seinen Stammplatz gegen Alexander Schwolow zurückerkämpft. Dann legte ihn eine Corona-Infektion lebensgefährlich flach. 2023 ging er im Zoff, er spielte noch als Amateur für den kleinen Herkules Fotbal Klub in Norwegen. 2024 beendete Jarstein seine Karriere.
Alexander Schwolow (34)
Der Torwart kam 2020 für 7 Millionen Euro Ablöse vom SC Freiburg. Er sollte Jarstein ablösen. Doch überzeugen konnte er nie, nach zwei Jahren wurde er an Schalke ausgeliehen. Nach dem Bundesliga-Abstieg 2023 verschenkte ihn Hertha an Lokalrivalen 1. FC Union, um nicht mehr das Gehalt zahlen zu müssen. Bei den Köpenickern blieb er auch nur Ersatzkeeper. Vergangenes Jahr wechselte er schließlich zum schottischen Klub Heart of Midlothian, Stammspieler, Publikumsliebling und Vizemeister 2026. Was für ein Wandel.

Marcel Lotka (25)
Und plötzlich bist du im Profi-Tor. Das erlebte Marcel Lotka im Frühjahr 2022 bei Hertha. Vier Torhüter (Schwolow, Jarstein, Christensen und Nils Körber) fielen alle aus. Lotka kam als Ersatzkeeper der Amateure zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz. Ex-Trainer Felix Magath machte ihn zur Nummer 1. Doch er wechselte zu Borussia Dortmunds zweiter Mannschaft (es gab bereits einen Vorvertrag). Vergangenen Sommer ging er zu Fortuna Düsseldorf, jetzt will ihn Zweitliga-Aufsteiger Cottbus verpflichten.

Oliver Christensen (27)
Der Däne wurde trotz Bundesliga-Abstieg in der Saison 2022/23 zum Liebling der Fans. Er war zur Nummer 1 im blau-weißen Kasten aufgestiegen. Doch er musste im Sommer 2023 gehen, weil Hertha Geld brauchte. Für 4 Millionen Euro wechselte er zum AC Florenz, doch da schiebt er nur Frust. Nie eine echte Chance, Stammkeeper zu werden. Dazu zweimal ausgeliehen (US Salernitana und Sturm Graz). In diesem Sommer will er trotz Vertrags bis 2028 Florenz verlassen.
Robert Kwasigroch (21)
Der Nachwuchskeeper stand bei Hertha einmal im Kasten, weil alle anderen Keeper ausgefallen waren. Beim 3:0-Heimsieg gegen Braunschweig im September 2023 machte er einen souveränen Eindruck. Erst als das Spiel vorbei war, weinte er Freudentränen. Doch eine echte Zukunft sah er nicht bei den Blau-Weißen. Nach einem Jahr Leihe zu Fortuna Düsseldorf wagte er im Sommer 2025 den überraschendsten Schritt und wechselte in die Wüste zum katarischen Zweitligisten Al-Markhiya SC. Dort ist er Stammspieler und träumt davon, irgendwann Nationalkeeper des Wüstenstaates zu werden.


