Hertha-Kommentar

Hertha oder wenn das Fünkchen Hoffnung stirbt

Die letzten Hertha-Optimisten träumten noch vom Aufstieg. Doch spätestens nach diesem 1:1 gegen den VfL Bochum sieht es jeder: Es reicht einfach nicht.

Author - Wolfgang Heise
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Sieg in letzter Sekunde futsch! Herthas Spieler sind nach dem 1:1 gegen den VfL Bochum frustriert.
Sieg in letzter Sekunde futsch! Herthas Spieler sind nach dem 1:1 gegen den VfL Bochum frustriert.IMAGO/O.Behrendt

Offiziell ist das Thema Aufstieg bei Hertha BSC seit drei Wochen abgehakt. Und spätestens seit Sonnabend nach dem 1:1 gegen den VfL Bochum dann wohl auch bei den letzten Optimisten. Es reicht einfach nicht, die Blau-Weißen sind kein Topteam der Zweiten Liga.

Die Hertha- Fans, die noch an Wunder glaubten, sahen die Aufstiegschance plötzlich vor dem Anpfiff wieder. Darmstadt, Elversberg und Paderborn hatten alle vorher gepatzt, mit einem Sieg wären es nur noch fünf Punkte Rückstand bei dann noch acht Spielen gewesen. Hertha machte das 1:0 per Elfer durch Dawid Kownacki kurz vor dem Pausenpfiff.

Das Fünkchen Hoffnung war wieder da und starb dann in der Nachspielzeit. Kurz vor dem Schlusspfiff kassierte Hertha das 1:1. Ein Spiegelbild der ganzen Saison. Die Moral stimmt in der Truppe, auch die Disziplin. Doch vorne fehlt der Killerinstinkt. Joker Maurice Krattenmacher schaffte es in der 78. Minute nicht im Strafraum einen Querpass zum freistehenden Michael Cuisance zu spielen, weil ein Bochumer noch rettete.

Das ist die fehlende Coolness, die schon die ganze Saison vermisst wird. Einfach mal einen Arbeitssieg schnörkellos einfahren. Und am Ende wieder mal hinten nicht richtig aufgepasst. Das gab es auch schon zu oft in dieser Spielzeit. Es fehlt Konstanz und Souveränität, um wirklich ganz oben mitzuspielen.

Sicher, war das Gegentor unglücklich. Glück erarbeitet man sich, sagen immer alle. Aber Unglück? Hertha zieht es an und muss sich fragen: Warum? Das Spiel hat nur eines gezeigt: Hertha ist kein Topteam.