Beäugt von Chefcoach Pal Dardai macht sich Marvin Plattenhardt an einen Einwurf. Der Verteidiger gehört bei Hertha zu einem ganz besonderen Trio.  imago/Contrast

Transferzeit, Wechselzeit. Auch bei Hertha BSC! Zwölf Spieler gingen, acht kamen. Seit Trainer Pal Dardai im Februar 2015 erstmals Cheftrainer wurde, spiel(t)en in diesen sechseinhalb Jahren 94 (!) Profis für Hertha. Trotzdem gibt es sie, die „ewigen“ Blau-Weißen. Seit Dardais Beginn sind Rune Jarstein, Peter Pekarik und Marvin Plattenhardt dabei. Gestatten, wir sind Pals Dar-drei!

Torwart Rune Jarstein (36): Der Norweger ist seit Januar 2014 im Klub, machte bisher 179 Pflichtspiele, insgesamt 16.107 Minuten. Er lieferte sich bis Sommer 2020 harte, aber faire Duelle mit Thomas Kraft, der mit 31 Jahren seine Karriere wegen Rückenproblemen beenden musste, um die Nummer eins. Vergangenes Jahr verlor er zunächst den Stammplatz an Alexander Schwolow, eroberte ihn aber bei Dardais Rückkehr im Januar 2021 zurück. Doch Anfang April erkrankte der treue Rune sehr schwer an Covid-19. Der Herzmuskel war entzündet. Seit einem Monat versucht der Norweger ein Comeback, kann bisher aber nur lockere Laufeinheiten machen. Der Kämpfer bleibt trotzdem optimistisch. Dardai: „Rune ist ein Musterprofi, ein super Vorbild. Ich hoffe, dass er bald wieder voll trainieren kann.“

Marvin Plattenhardt (29): Der linke Außenverteidiger wechselte im Sommer 2014 vom 1. FC Nürnberg zu den Blau-Weißen. Beim damaligen Trainer Jos Luhukay saß er zunächst fast nur auf der Bank. Dardai erkannte die wahren Qualitäten von Platte. Der Mann mit den dicksten Hertha-Oberschenkeln machte bisher nicht nur 185 Spiele (insgesamt 16.113 Minuten), sondern wurde sogar Nationalspieler und 2017 in Russland Confed-Cup-Sieger. Bei Hertha liefert er sich ein teaminternes Duell mit Maxi Mittelstädt (24). Momentan hat mal wieder Platte die Nase vorn.

Pekarik ist Herthas Mr. Zuverlässig

Peter Pekarik (34): Der rechte Außenverteidiger hat die meisten Dienstjahre bei den Blau-Weißen. Seit 2012 ist der slowakische Nationalspieler dabei, machte 193 Pflichtpartien und kommt auf 16.561 Minuten. Im Sommer 2020 und auch 2021 stand seine Zukunft bei Hertha wegen seines Alters auf der Kippe. Doch keiner will auf den stillen „Mister Zuverlässig“ verzichten.

Rune Jarstein (l.) und Peter Pekarik waren schon bei Pal Dadais erster Amtszeit als Chefcoach von Hertha BSC dabei. imago/Fotostand

Klar doch, die Dar-drei können auf ihre Vereinstreue und ihr Durchsetzungsvermögen mächtig stolz sein. Die Leistung wird noch bemerkenswerter, wenn man die Anzahl von 94 Profis in den letzten sechseinhalb blau-weißen Jahren sieht und 66 Spieler, die nicht mehr dabei sind. Darunter sind langjährige Ikonen wie Vedad Ibisevic, Per Skjelbred, Salomon Kalou, aber auch temporäre Randerscheinungen wie der brasilianische Leihspieler Allan vom FC Liverpool (2016/17) oder Fehlgriffe wie Derrick Luckassen (2018/19).

Auf den Spuren der Dar-drei ist ein weiteres Trio. Im aktuellen Hertha-Profiteam kommen Niklas Stark (173 Spiele, 14.286 Minuten), Vladimir Darida (159 Spiele, 12.161 Minuten) und Maxi Mittelstädt (115 Spiele, 7474 Minuten) auf sechs Jahre. Das sind mit Jordan Torunarigha (fünf Jahre bei den Profis) gerade mal sieben Spieler, die dauerhaft dabei sind. Verpflichtet wurden jetzt wieder acht neue Stars. Die Zahlen sagen also noch mehr: Hertha befindet sich im dritten Jahr im Dauerumbruch. 

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