Hertha-Idol Erich "Ete" Beer. imago-images

Berlin Hertha BSC hat mit dem 3:3 durch eine Aufholjagd nach 0:3-Pausenrückstand bei Fortuna Düsseldorf die nächste Pleite verhindert. Trotzdem macht sich das blau-weiße Idol Erich „Ete“ Beer (73) große Sorgen um seinen Klub. Der KURIER sprach mit Beer.

KURIER: Wie haben Sie das Spiel in Düsseldorf erlebt? Ete Beer: Zu Hause vor dem Fernseher. In der Halbzeit habe ich nur gedacht: Nicht schon wieder eine Packung wie gegen Köln. Da war kein Selbstvertrauen, keine Zuordnung auf dem Platz zu sehen. Zum Glück kam dann die Steigerung des Teams in der zweiten Halbzeit.

Torwart Thomas Kraft hat in der Pause seine Mitspieler mit einer Brandrede wachgerüttelt... Ich finde es sehr gut, dass er die Initiative ergriffen hat. Das hat er sicher auch ein Stück von Oliver Kahn gelernt, als er noch bei Bayern war. Wichtig ist, dass die Mannschaft zusammenhält. Vielleicht schweißt das die Truppe jetzt zusammen. Denn das ist jetzt dringend notwendig.

Es sind noch zehn Spiele. Wie geht die Saison für Hertha aus? Es ist Abstiegskampf. Vielleicht gibt das Remis in Düsseldorf der Truppe wieder Selbstvertrauen. Die Spieler müssen mit Herz für den Verein kämpfen. Ich bin gespannt, ob sie jetzt im wichtigen Heimspiel gegen Bremen an die gute zweite Halbzeit von Düsseldorf anknüpfen können. Wir müssen bis zum Schluss um den Klassenerhalt kämpfen. Davon gehe ich aus.

Was sagen Sie zum Rücktritt von Jürgen Klinsmann? Die Art und Weise geht gar nicht – weder im Fußball noch im normalen Geschäftsleben. Das Erlebnis Klinsmann hätte sich Hertha sparen können. Michael Preetz und Werner Gegenbauer hätten mehr Informationen einholen müssen, wenn man sich Jürgen Klinsmann ins Boot holt. Wahrscheinlich war es aber auch ein Wunsch von Investor Lars Windhorst.

Jetzt muss es sein Co-Trainer Alexander Nouri richten ... Ich hoffe, dass es Nouri packt. Aber die Situation müssen in erster Linie die Spieler selbst ausbügeln. Wenn das in den nächsten Partien nicht klappt, sollte Preetz auf Pal Dardai zugehen. Das wäre für mich die naheliegendste Lösung bis zum Saisonende. Der kennt die Mannschaft noch.

Doch die Lösung wollen beide eher nicht... Es zählen keine Personen, wichtig ist nur der Verein.