Der Franzose Simon Sow mit einer von seinem Startup Mask Generation gefertigten, wiederverwendbaren FFP3-Maske. Foto: imago

Deutschland steuert in der Corona-Krise auf die Maskenpflicht zu. In Berlin soll der Mund-und Nasenschutz nun in den öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden. Das erklärte am Dienstag der Senat. Drei Masken-Arten gibt es. Industriell oder selbst gefertigt: Der KURIER erklärt, wie sie schützen.

Alle aktuellen Infos zur Corona-Krise im Newsblog >>

Mund-Nasen-Schutz-Maske

Sie ist der Klassiker, man kennt sie aus den OP-Sälen, wo sie von Ärzten und Pflegern getragen werden. Die Maske besteht aus mehreren Papier- oder Faserschichten.  Da diese Maske nicht eng anliegt, lässt es sich damit einfacher atmen. Das ist  ihr Nachteil. Weil sie nicht dicht an Mund und Nase anliegt, schützt die Maske nicht ihren Träger ausreichend vor der Tröpfchenübertragung von Viren wie Corona.  

Der Vorteil: Wer diese Maske trägt, schützt sein Umfeld.  Feuchter Atem, die mögliche Verbreitung von Viren wird durch diese Maske ausgebremst. So sieht es auch das Robert-Koch-Institut (RKI). Darum tragen Ärzte und Pflegepersonal im OP oder auf der Intensivstation diese Masken, um nicht sich, sondern die Patienten zu schützen.  

Die Atemschutzmaske FFP

Die Abkürzung FFP steht für „filtering face piece“. Die sogenannte „partikelfilternde Gesichtsmaske“ besteht aus speziellem Kunststoff. Das Material kann auch die kleinsten Staubteilchen und Tröpfchen zuverlässig aus der Luft zu filtern. Damit schützen die Masken, die auch auf Baustellen eingesetzt werden, den Träger laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auch vor einer Vireninfektion. Vorausgesetzt, dass sie dicht genug am Gesicht anliegen.

 Die FFP-Masken sind offenbar der optimale Eigenschutz vor Corona-Ansteckungen. Das erklärt, warum diese Maske   weltweit so gefragt und kaum zu bekommen ist. Von diesen sollte auch die Berliner Polizei 200000 Stück erhalten, diese landeten aber in den USA.

Warum gibt es die Maske mit und ohne Ventil?

Da sie dicht am Gesicht anliegen muss, fällt am Ende das Luftholen schwer. Das Ventil ermöglicht dem Träger das leichtere Ein- und Ausatmen. Der Nachteil:  Durch das Ventil kann der Maskenträger sein Umfeld mit ausgeatmeten Tröpfchen kontaminieren.  Bei FFP-Masken ohne Ventil ist dies nicht der Fall.

Was bedeutet FFP1, FFP2 und FFP3?

Diese Ziffern sind Einstufungen, geben an, wie dicht die Atemschutzmaske ist. FFP1-Masken können demnach etwa Feinstaub oder Blütenpollen abhalten. FFP2 schützt zusätzlich vor giftigen Baustoff-, Rauch- oder Schimmelpilz-Partikeln. Masken der FFP3-Klasse  können laut den Herstellerangaben auch vor Mikroorganismen, Enzymen oder Viren schützen. Das RKI empfiehlt beim Corona-Einsatz daher die Atemschutzmasken FFP3 oder auch FFP2.

Bis zu acht Stunden könne man diese Masken tragen. Bei einem Mehrfacheinsatz ist darauf zu achten, dass keine andere Person diesen Gesichtsschutz nutzt. Denn die Innenfläche kann durch den vorherigen Träger möglicherweise verseucht sein. Von einem Reinigen der Fläche mit Desinfektionsmitteln rät das RKI ab.  

Die Behelfsmaske

So wird die dritte Gesichtsschutz-Variante von Experten genannt, den sich eine Vielzahl von Menschen gerade selber basteln. Anleitungen sind im Internet zu finden. Sie werden aus Stoffresten zusammengenäht, aus Küchenpapier oder sogar Kaffeefiltertüten hergestellt.  

Das RKI erklärte, dass es nicht schaden kann, eine Behelfsmaske zu tragen. Zwar schützen sie nicht den Träger. Aber die Masken könnten möglicherweise das Risiko verringern, andere anzustecken, weil sie die Geschwindigkeit der Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen herausgeschleudert werden, reduzieren würden.

Wer seine Masken aus engmaschigen und kochfesten Stoff (Baumwolle) herstellt, hat einen weiteren Vorteil. Man kann sie mehrfach benutzen. Durch das Waschen der Stoffmasken ab 60 Grad Celsius werden Viren abgetötet.