Die VSG jubelt im Jahn-Sportpark. Fünffach!  Foto:  Patrick Skrzipek

„Das war Wahnsinn!“ stöhnte Torsten Mattuschka, der Co-Trainer der VSG Altglienicke, nach dem Abpfiff und eilte in die kühlen Katakomben des Jahnsportparks, der am Sonnabendnachmittag zur Anstoßzeit um 16 Uhr einem Hitzekessel glich. 36 Grad auf den leeren Tribünen – Zuschauer waren nicht zugelassen – und gefühlte 40 Grad auf dem Rasen. Die Ersatzspieler beider Teams hatten schon nach Anpfiff auf der Tribüne versucht, etwas Schatten zu finden, was aber kaum gelang. Das erste offizielle Pflichtspiel für die beiden Teams nach fünf Monaten Pause wegen des Corona-Virus artete zu einer besonderen Belastungsprobe aus.

Die Akteure der beiden Regionalligisten BFC Dynamo und VSG Altglienicke mussten an ihre körperlichen Grenzen gehen. Sie taten es alle, die Truppe von Trainer Karsten Heine von der VSG mit großem Erfolg. Sie ließ nach einem Blitzstart mit Treffern durch ihre bärenstarken Zugänge Tolcay Cigerci (1. Minute) und Linus Meyer nach neun Minuten dem mit viel Hoffnung in das Duell gegangenen BFC keine Chance.  5:1 hieß es am Ende, was BFC-Coach Christian Benbennek sprachlos machte. Der 47-Jährige verschwand in der Kabine und wollte auch zwanzig Minuten nach Spielschluss keinen Kommentar abgeben. Zu tief saß der Frust.  Es bleibt dabei: Altglienicke ist ein Angstgegner für den BFC. Die Pleite am Sonnabend war die sechste in insgesamt sieben Duellen seit dem Aufstieg der VSG 2017.

Altglienicke hatte sich zuvor in sieben Testspielen bereits eingeschossen und bei den sieben Siegen 36 Tore erzielt – bei drei Gegentreffern. Gegen den BFC aber freute sich Trainer Heine über „einige Sahne-Tore“.  Auffälligster Akteur war Tolcay Cigerci, 25, der vom BAK nach Altglienicke kam. Der Spielgestalter ist der jüngere Bruder des ehemaligen Hertha-Profis Tolga Cigerci, der bei Fenerbahce Istanbul unter Vertrag steht. Tolcay gilt als der Königstransfer der VSG, die nun am 22. August im Berliner Pokalfinale auf Viktoria 89 trifft.