Der ehemalige DFB-Präsident Fritz Keller scheiterte nach nur 20 Monaten Amtszeit im Mai 2021. dpa

Der DFB wählt ein neues Präsidium und Ex-Boss Fritz Keller (71) gibt vor der Wahl noch mal eine Nichtempfehlung ab – gegen seinen Intimfeind und Interimspräsidenten Rainer Koch (63).  Es ist eine brutale Abrechnung.

„Koch ist die Schlüsselperson, der Strippenzieher. Wenn jemand bei jedem Skandal irgendeine Rolle gespielt und profitiert hat, und sei es nur geschickt im Hintergrund, dann ist er in meinen Augen untragbar“, schrieb Keller in einem Gastbeitrag für das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Keller ist an dem Intrigenstadel in der Frankfurter Fußballzentrale gescheitert. Der sonst besonnene Freiburger Ex-Präsident verlor vergangenes Jahr völlig die Fassung und verunglimpfte Koch mit einem skandalösen Vergleich mit dem Nazi-Richter Roland Freisler. Daraufhin trat er zurück.

„Wenig geholfen, enorm geschadet“

Rainer Koch ist Interimschef des DFB. Seit 1996 hatte er verschiedene Posten in der Fußballzentrale. dpa

Jetzt sagt Keller, dass ein „richtiger Neuanfang“ nur möglich sei, „wenn neben dem zurückgetretenen Generalsekretär Friedrich Curtius und Schatzmeister Stephan Osnabrügge, der nicht mehr antreten wird, auch Rainer Koch nicht mehr ins Präsidium gewählt wird“. Und weiter: „Meiner Meinung nach haben diese Personen dem DFB in den letzten Jahren wenig geholfen, sondern dem Image enorm geschadet.“

Nach Ansicht Kellers besitzt der DFB einen „überverwalteten Apparat“, der viel Geld koste und es schwierig mache, Entscheidungen zu treffen: „Er ist zu groß, zu statisch, Leute sind zu lange im Amt. Man sollte Funktionärsposten zeitlich begrenzen, damit sich keine Seilschaften bilden, in denen man sich die Posten gegenseitig zuschustert. Das System DFB muss komplett aufgebrochen werden.“

Koch abgewählt

Keller wollte den DFB modernisieren, traf aber auf zu viele Widerstände. Jetzt tritt Bernd Neuendorf (60) als neuer Boss in die Fußstapfen. Dabei ist er einen Mann im Präsidium los. Bei der Wahl wurde Koch von den Delegierten des DFB-Bundestags abgeschmettert. Er verlor mit 68: 163 Stimmen gegen Silke Sinning, einer promovierten Sportwissenschaftlerin. Die freute sich riesig: „Mit diesem Ergebnis habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich wollte Mut zeigen. Herzlichen Dank für ihr Vertrauen!“ Frauenpower beim verstaubten DFB, da wird sich auch Fritz Keller freuen...

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