Schweizer Ufo-Forscher

Schweizer Schriftsteller und UFO-Forscher ist tot

Der für seine umstrittenen Thesen kritisierte Schweizer Schriftsteller und Ufo-Forscher Erich von Däniken ist im Alter von 90 Jahren gestorben.

Author - Sebastian Krause
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Der Schweizer Schriftsteller und Ufo-Forscher Erich von Däniken ist tot.
Der Schweizer Schriftsteller und Ufo-Forscher Erich von Däniken ist tot.imago stock&people

„Außerirdische“, „Götter“, „Himmlisches“ – diese und viele weitere Begriffe der Astronomie und Mythologie sind untrennbar mit Erich von Däniken verbunden. Wie kaum ein Zweiter beschäftigte sich der umstrittene Ufo-Forscher und Schweizer Schriftsteller mit Themen, die aus längst vergangenen Zeiten stammen.

Seine rund 50 Bücher sollen auch prominente Filmschaffende wie Steven Spielberg („E. T.“, „Unheimliche Begegnung mit der dritten Art“), Ridley Scott („Alien“) und Roland Emmerich („Stargate“) beeinflusst haben. Ob das wirklich so ist, ist nicht überliefert. Fest steht: Seine Theorien zu Außerirdischen erreichten ein Millionen-Publikum und faszinierten die Menschen. Am Samstag ist Erich von Däniken im Alter von 90 Jahren gestorben.

Der Schweizer hatte ein Händchen dafür, ein Publikum mit spannenden Geschichten über sagenhafte Spuren von Außerirdischen auf der Erde in seinen Bann zu ziehen. Bei Vorträgen ereiferte er sich über die Ungläubigen, die immer noch ernsthaft glaubten, dass die Cheopspyramide in Ägypten von „irgendeinem Steinzeitschlaumeier“ gebaut worden sei.

„Vergiss es!“, rief er ins Publikum, wie 2023 in Bad Sulzbach im Taunus. Die Pyramiden hätten längst gestanden – gebaut von Außerirdischen.

Außerirdische und Menschen hätten dieselben Ahnen

Auf seinem YouTube-Kanal dozierte der gelernte Koch in unzähligen Vorträgen über abgesandte Astronauten aus dem All. Er erörterte auch die Frage, ob Außerirdische dieselben Geschlechtsorgane haben wie Menschen. Sein Ergebnis: Sie haben. Menschen und Außerirdische hätten doch irgendwie dieselben Ahnen.

Um seine Vorstellungen zu untermauern, forschte er seit seiner Gymnasialzeit – also seit mehr als 70 Jahren. Dennoch bestand er darauf, dass er kein Esoteriker sei. Er verlasse sich auf keine Aussagen von Mitmenschen, die echte oder angebliche Kontakte zu Ufos gehabt haben sollen. „Was immer ich wiedergebe, muss Hand und Fuß haben – muss beweiskräftig sein“, heißt es auf seiner Internetseite.

Wissenschaft lehnt seine Theorien ab

Dennoch: Die Ausführungen von EvD, wie er genannt wurde, lösten bei vielen Experten und Beobachtern Kritik aus. Nicht wenige bezeichneten ihn als Scharlatan. Die akademische Welt lehnte seine parawissenschaftliche Prä-Astronautik ab und stufte sie als Pseudowissenschaft ein. 

Auch Archäologen kritisierten seine Thesen und bezeichneten sie als pseudowissenschaftlich und methodisch fehlerhaft. Sie warfen ihm vor, archäologische Befunde aus dem Kontext gerissen und mangelhaft dokumentiert zu haben.

Autor behauptet, Kontakt mit Außerirdischem gehabt zu haben

Der Erfolgsautor behauptete hingegen seit 2006, dass er im Jahr 1987 Kontakt mit einem Außerirdischen gehabt habe. Diese Begebenheit veröffentlichte er in dem Roman „Tomy und der Planet der Lüge“. Die Begegnung mit dem Wesen soll in der Wüste von Belutschistan stattgefunden haben. Das Wesen habe ihn ein paar Wochen begleitet, viel geredet und habe sich in der Schweiz schließlich aufgelöst. In Interviews später bekräftigte er seine Geschichte.

Das war der Stoff, aus dem er Unterhaltung für Millionen gemacht hat. Hans Peter Roth, der Autor der Biografie „Erich von Däniken: sein Leben – sein Lebenswerk“ feierte EvD als „erfolgreichsten Sachbuchautor des Planeten Erde“. Seine Bücher wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt, mit einer Weltauflage von rund 70 Millionen. In Roths Buch geht es viel um die Schmach, nicht ernst genommen zu werden, und den Kampf dagegen.

Erich von Däniken galt wegen seiner Theorien als umstritten und wurde viel kritisiert.
Erich von Däniken galt wegen seiner Theorien als umstritten und wurde viel kritisiert.imago stock&people via www.imago-images.de

Früher sei er oft verletzt gewesen von der Kritik. „Ich nahm es persönlich, zu persönlich“, zitierte Roth von Däniken. „Heute betrachte ich es als sinnlose Zeit- und Energieverschwendung, mich über Leute zu ärgern, die mich schlecht oder lächerlich machen wollen“, sagte er einst.

Am Samstag verstarb er nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt in Unterseen im Kanton Bern, wie sein Büro mitteilte. „Mit großer Trauer und Betroffenheit müssen wir bekannt geben, dass Erich von Däniken am 10. Januar 2026 verstorben ist“, hieß es auf seiner Internetseite.

Neugier treibt bis zum Schluss an

Bis zuletzt trieb ihn die Neugier an, auch wenn er eine geplante Vortragsreise im vergangenen Jahr aus gesundheitlichen Gründen absagen musste. Im Buch zitiert Roth von Däniken so: „Die Neugier treibt mich noch immer. Ich werde arbeiten, bis ich in die Grube steige.“

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