Andreas Müller: „anstrengender Weg“

Richter begrüßt Legalisierung von Cannabis nach jahrzehntelangem Kampf

Müller ist eine der stärksten Stimmen für die Legalisierung von Cannabis. Er kämpfte Jahrzehnte für die Reform des Jugendrechts – mit Erfolg!

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Der Bernauer Amtsrichter Andreas Müller schrieb das Buch „Kiffen und Kriminalität“.
Der Bernauer Amtsrichter Andreas Müller schrieb das Buch „Kiffen und Kriminalität“.Bernd Settnik/dpa

„Danke an alle, die sich für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit eingesetzt haben. Ich selber muss das jetzt erstmal verarbeiten“, schreibt Andreas Müller, Jugendrichter und Autor der Bücher ‚Schluss mit der Sozialromantik‘ und ‚Kiffen und Kriminalität‘. In einem Beitrag auf der Plattform X reflektierte Müller und betonte die Bedeutung dieses Meilensteines. „Meine Ziele waren ein besseres Jugendrecht und die Legalisierung von Cannabis. Und heute ist Cannabis teil-legalisiert und die Konsumenten frei.“ Und ausgerechnet am 1. April vor 30 Jahren ist Müller in das Amt als Richter eingetreten.

Das Rauchen von Marihuana oder Haschisch ist seit dem 1. April erlaubt, allerdings müssen in der Öffentlichkeit Abstände zu Kindern, Jugendlichen, Kitas, Schulen und Spielplätzen eingehalten werden. 25 Gramm Cannabis dürfen Erwachsene dabeihaben, 5 Gramm mehr bedeuten eine Ordnungswidrigkeit, mehr als 30 Gramm sind strafbar. Konsumenten dürfen Cannabis in bestimmten Mengen selber anbauen oder Mitglied in einem Anbau-Club werden und es so beziehen. Verkauf und Kauf sind aber weiterhin verboten.

Cannabis: die am häufigsten genutzte illegale Droge

„Es war ein langer und teilweise sehr anstrengender Weg, den ich nur mithilfe aller Aktivisten bestreiten konnte“, schrieb der Strafrichter. Am 20. April soll um 14.00 Uhr soll eine Großkundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin zur Teil-Legalisierung stattfinden, auch Müller wird dort sprechen. Er gilt seit Jahren als eine der stärksten Stimmen für die Legalisierung von Cannabis im Land.

Cannabis war bisher die am häufigsten genutzte illegale Droge. Dazu, wie viel jährlich zu nicht-medizinischen Zwecken konsumiert wird, liegen laut Bundesgesundheitsministerium aber noch keine belastbaren Daten vor. Laut einer Studie von 2021 haben 4,5 Millionen Erwachsene nach eigenen Angaben in den zurückliegenden zwölf Monaten wenigstens einmal Cannabis konsumiert - bei Männern 10,7 Prozent und bei Frauen 6,8 Prozent. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen war der Konsum demnach am stärksten verbreitet. Dabei bestehen Experten zufolge bis zum Alter von 25 Jahren wegen des noch anhaltenden Reifeprozesses des Gehirns besondere Risiken für psychische, physische und soziale Beeinträchtigungen.■