Die Tat schockt ganz Berlin, ganz Deutschland, die ganze Welt: Am späten Samstagabend rast ein Mann mit einem weißen Transporter durch den Berliner Tiergarten, fährt während der Party zum Berliner Christopher Street Day in die Menschenmenge. Eine Frau stirbt, 29 Menschen werden teils schwer verletzt. Fassungslosigkeit herrscht am Tag danach – und sie wird größer, je mehr Informationen über den mutmaßlichen Täter ans Tageslicht kommen. Nach Abdul Ballout wird noch immer mit Hochdruck gefahndet. Nun wird berichtet, er soll schon früher einen Anschlag geplant haben. Was Nachbarn über ihn sagen.
Polizei jagt 21 Jahre alten Abdul Ballout
Noch immer jagt die Polizei den 21 Jahre alten Abdul Ballout Er steht unter dringendem Tatverdacht, am Samstag den Transporter in die CSD-Feiernden gelenkt zu haben. Bei der Terrorfahrt kam eine Frau ums Leben, 29 Menschen wurden teils lebensbedrohlich verletzt. Bisher war von 16 Verletzten die Rede gewesen - die neue Zahl verkündete Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bei einer Pressekonfertenz.
Er bestätigte auch, dass der mutmaßliche Täter nach seiner Terror-Fahrt ausstieg und mit einer Machete auf Passanten einstach. Dabei seien weitere Menschen verletzt worden. Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter verlief allerdings bisher ohne Erfolg. Von einer Wohnungsdurchsuchung musste die Polizei am Morgen wieder unverrichteter Dinge abziehen.
Schon jetzt wirft der Fall aber viele Fragen auf. Vor allem eine: Hätte die Tat verhindert werden können? Denn nach und nach zeigt sich, dass Abdul Ballout schon mehrfach auffiel. Der KURIER konnte an der Wohnadresse des jungen Mannes mit einem Nachbarn sprechen. Hamsa sagte unseren Reportern, er sei mit Abdul Ballout zusammen in der Schule gewesen. „Er hat oft gefehlt, einen Abschluss hat er nicht. Er war immer zu Hause oder irgendwo unterwegs“, sagte er.

Er berichtet auch von unschönen Beobachtungen. Abdul Ballout habe im Internet beispielsweise immer wieder Islam-Videos kommentiert und sei bei „irgendwelchen Demos“ gewesen, sagt Hamsa. „Er hat sich verändert.“ Er und andere hätten nicht mehr so viel mit Abdul Ballout. gesprochen. Auch andere Nachbarn berichteten, Abdul Ballout habe bereits vor Wochen mit Anschlägen auf den Christopher Street Day geprahlt. Immer wieder habe er sich auch unzufrieden über seine Situation in Deutschland geäußert. Wie lange war er schon voller Hass?
Inzwischen ist bekannt, dass sich Abdul Ballout radikalisiert haben soll. „Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet“, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Berichtet wurde auch, dass er an mehreren Gesprächen zur Deradikalisierung teilnehmen sollte. 26 Termine mit einer Beratungsstelle für Extremismusprävention sollte er wahrnehmen. Der insgesamt dritte Termin sollte wohl am Montag stattfinden.
- schlanke Statur
- circa 1,90 Meter groß
- schwarze Haare
- bekleidet mit schwarzem Hoodie und weißer Hose
Es wird dringend davon abgeraten, ihn anzusprechen. Wer Abdul Ballout sieht, sollte sofort den Notruf wählen und die Behörden informieren.

Plante Abdul Ballout schon früher einen Anschlag?
Nach dem in Berlin geborenen Deutschen mit libanesischen Wurzeln wird nun europaweit gefahndet. Er hatte wohl in der Vergangenheit mehrfach mit der Polizei zu tun – es ging um schwere Körperverletzung und räuberische Erpressung. Erst im Mai 2026 soll er aus dem Jugendarrest entlassen worden sein. Brisant ist auch das, was die BILD zu seiner eigenen Justizgeschichte berichtet.

2025 wollte Abdul Ballout wohl nach Syrien ausreisen, wurde aber im Libanon festgenommen und zurück nach Deutschland gebracht. Er soll außerdem bereits früher einen Anschlag geplant haben. Laut BILD wurde Abdul Ballout im Mai 2026 zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt – wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat. Doch die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein.
Das bestätigte Alexander Dobrindt bei einer Pressekonferenz. „Die Vielzahl der Straftaten und die Radikalisierung“ habe in der Vergangenheit zu einer Verurteilung geführt. Sie sei zur Bewährung ausgesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft legte laut dem Bundesinnenminister Beschwerde ein.


