Ein Lokal in der Berliner Georgenstraße sieht trist aus - so ganz ohne Gäste.  Aber Hoffnung keimt auf.  dpa / Jörg Carstensen 

Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz in der Corona-Pandemie in Berlin zum ersten Mal seit längerem unter den Wert von 100 gefallen ist, hat der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) mögliche Lockerungen angekündigt. Dabei gehe es um die privaten Kontakte, die Gastronomie, die Kultur und den Bildungsbereich, sagte Müller am Freitagabend im Sender RBB mit Blick auf die Senatssitzung am Dienstag. Lockerungen wären der Bundes-Notbremse zufolge frühestens Ende kommender Woche möglich.

Senat will sich die Gastronomie vornehmen 

«Wir werden sicherlich wieder Erleichterungen haben bei den Kontaktmöglichkeiten, werden aber auch vorsichtig bleiben», betonte Müller. «Es macht ja keinen Sinn, alles mögliche auf einmal zuzulassen und Großveranstaltungen zu ermöglichen und dann nach wenigen Tagen wieder über 100 zu rutschen.» Der Senat werde sich auch den Kulturbereich und die Gastronomie vornehmen, damit «für die Außenbereiche auf jeden Fall wieder Dinge» ermöglicht werden sollen.

Müller sagte: «Es ist alles abhängig von der Entwicklung der nächsten Tage, wir haben in den letzten Wochen viel gemeinsam bewältigt, deswegen sind wir unter die 100 gekommen, jetzt müssen wir noch eine Weile durchhalten.» Neben dem Inzidenzwert gebe es eben auch die weiterhin bedrückende Lage in den Krankenhäusern.

Mehr Präsenz in den Schulen 

Auch in den Schulen könnte bis zu den Sommerferien in sieben Wochen schrittweise mehr zugelassen werden, sagte Müller. «Wir werden also insgesamt für den Bildungsbereich mit Sicherheit in den nächsten Wochen, wenn sich die Zahlen gut weiter entwickeln, immer mehr Präsenz anbieten können, aber das wird natürlich noch nicht der Normalbetrieb sein.»

Mangelware Impfstoff 

Der Regierende Bürgermeister fügte hinzu, leider gebe es immer noch zu wenig Impfstoff. «Wir könnten viel mehr Impfstoff verimpfen, wenn wir mehr hätten.»

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitag bei 98,6, wie der Senat und das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilten. In den Vortagen hatte der Wert bei 104,8 und 111,2 gelegen. Die Zahl gibt an, wie viele Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen erfasst wurden.