Brandenburg

Mit Gurkenwasser gegen glatte Straßen?

Im Kampf gegen die Glätte auf Gehwegen und Fahrbahnen ist fast jedes Mittel recht – unkonventionelle Methoden inklusive.

Author - Kay Schöphörster
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Ein Streufahrzeug vom Winterdienst ist auf einer Straße im Osten von Brandenburg unterwegs. Es wird weiter konventionell gestreut.
Ein Streufahrzeug vom Winterdienst ist auf einer Straße im Osten von Brandenburg unterwegs. Es wird weiter konventionell gestreut.Patrick Pleul/dpa

Der Winter hält auch Brandenburg weiter fest im Griff – und frisst die Streusalz‑Vorräte schneller auf als erwartet. Rund 90 Prozent der eingelagerten 35.000 Tonnen sind bereits verbraucht, wie der Landesbetrieb Straßenwesen mitteilt. Schon jetzt wurde deutlich mehr gestreut als im gesamten Vorjahreswinter, in dem knapp 20.000 Tonnen ausreichten.

Trotz des hohen Verbrauchs bleibt man gelassen: Nachschub kommt regelmäßig, eine echte Knappheit droht vorerst nicht. Nur wenn sich mehrere Extrem-Wetterlagen aneinanderreihten, müssten Prioritäten gesetzt werden – etwa zuerst auf stark befahrenen Straßen streuen, betont Sprecherin Dorothée Lorenz.

Brandenburg streut mit Speisesalz

Für die winterliche Straßenpflege setzt Brandenburg auf ein erstaunlich einfaches Mittel: handelsübliches Speisesalz. In etwa so viel, wie man für ein Frühstücksei verwenden würde, landet pro Quadratmeter auf der Straße. Das Salz senkt den Gefrierpunkt, lässt Eis schmelzen und verhindert, dass es sich neu bildet.

Doch das Streusalz hat auch Kritiker. Umweltverbände wie der BUND warnen vor Schäden für Böden, Pflanzen und Gewässer. Trotz dieser Bedenken setzt Berlin inzwischen auch kurzfristig auf Streusalz auf Gehwegen. In Brandenburg entscheiden die Kommunen selbst – Potsdam erlaubt Salz nur in Ausnahmefällen wie Eisregen oder auf gefährlichen Wegen.

Der Winter bleibt und damit auch glatte Straßen. Und der Winterdienst hat gut zu tun – auch ohne Gurkenwasser.
Der Winter bleibt und damit auch glatte Straßen. Und der Winterdienst hat gut zu tun – auch ohne Gurkenwasser.Patrick Pleul/dpa

Streugut aus dem Gurkenglas?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob es umweltfreundliche Alternativen gibt. Sand, Kies oder Granulat gehören dazu. Und sogar ein kurioser Vorschlag machte bundesweit Schlagzeilen: Gurkenwasser. In Niederbayern wird es bereits eingesetzt, ebenso am Flughafen München.

Könnte Gurkenwasser auch in Brandenburg – bekannt für seine Spreewaldgurken – ein Straßenretter werden? Das Wasser müsse vor der Verwendung als Streumittel aufbereitet werden, sagte die Sprecherin des Landesbetriebs. „Leider ist das nicht wirtschaftlich für uns.“ Die Gurkenhersteller müssten das selbst übernehmen.

Der Gurkenhersteller Spreewaldkonserve in Golßen (Spreewaldhof) erklärte, das Wasser seiner Gurken eigne sich nicht zum Streuen. Der Salzgehalt sei zu gering. „Das würde bei unserem Wasser nicht funktionieren“, bedauerte eine Sprecherin des Unternehmens.

Der Winter bleibt Brandenburg indes treu. Der Deutsche Wetterdienst erwartet Frost bis minus 14 Grad, stellenweise auch wieder Schneefall. Die Straßenmeistereien bleiben also im Dauereinsatz – und hoffen, dass der Salzvorrat hält.