Der Winter hält auch Brandenburg weiter fest im Griff – und frisst die Streusalz‑Vorräte schneller auf als erwartet. Rund 90 Prozent der eingelagerten 35.000 Tonnen sind bereits verbraucht, wie der Landesbetrieb Straßenwesen mitteilt. Schon jetzt wurde deutlich mehr gestreut als im gesamten Vorjahreswinter, in dem knapp 20.000 Tonnen ausreichten.
Trotz des hohen Verbrauchs bleibt man gelassen: Nachschub kommt regelmäßig, eine echte Knappheit droht vorerst nicht. Nur wenn sich mehrere Extrem-Wetterlagen aneinanderreihten, müssten Prioritäten gesetzt werden – etwa zuerst auf stark befahrenen Straßen streuen, betont Sprecherin Dorothée Lorenz.
Brandenburg streut mit Speisesalz
Für die winterliche Straßenpflege setzt Brandenburg auf ein erstaunlich einfaches Mittel: handelsübliches Speisesalz. In etwa so viel, wie man für ein Frühstücksei verwenden würde, landet pro Quadratmeter auf der Straße. Das Salz senkt den Gefrierpunkt, lässt Eis schmelzen und verhindert, dass es sich neu bildet.
Doch das Streusalz hat auch Kritiker. Umweltverbände wie der BUND warnen vor Schäden für Böden, Pflanzen und Gewässer. Trotz dieser Bedenken setzt Berlin inzwischen auch kurzfristig auf Streusalz auf Gehwegen. In Brandenburg entscheiden die Kommunen selbst – Potsdam erlaubt Salz nur in Ausnahmefällen wie Eisregen oder auf gefährlichen Wegen.

Streugut aus dem Gurkenglas?
Immer wieder taucht die Frage auf, ob es umweltfreundliche Alternativen gibt. Sand, Kies oder Granulat gehören dazu. Und sogar ein kurioser Vorschlag machte bundesweit Schlagzeilen: Gurkenwasser. In Niederbayern wird es bereits eingesetzt, ebenso am Flughafen München.
Könnte Gurkenwasser auch in Brandenburg – bekannt für seine Spreewaldgurken – ein Straßenretter werden? Das Wasser müsse vor der Verwendung als Streumittel aufbereitet werden, sagte die Sprecherin des Landesbetriebs. „Leider ist das nicht wirtschaftlich für uns.“ Die Gurkenhersteller müssten das selbst übernehmen.



