Personalintensiver Polizeieinsatz bei einer Impfgegner-Demo und Gegenprotesten in Berlin-Mitte: Die Polizeikräfte müssen auf Corona-Fälle auch in den eigenen Reihen reagieren. imago/Andreas Friedrichs

Auch Berlins Polizeikräfte sind von der Pandemie betroffen: Krankmeldungen und Quarantänefälle sorgen auch innerhalb der Polizeibehörde dafür, dass Dienstpläne nicht mehr eingehalten werden können und Aufgaben in Zeiten der Corona-Pandemie priorisiert werden müssen.

Pandemiepläne wurden bereits 2010 aufgestellt

Am Montagnachmittag rief die Berliner Polizei offiziell die „Pandemiestufe I“ aus. Grundlage hierfür ist ein „Rahmenplan Pandemie“, den die Polizeibehörde bereits 2010 vorsorglich aufgestellt hatte, um auf die Herausforderungen möglicher Pandemien vorbereitet zu sein. Die Pläne lagen in der Schublade. Lange konnte sich kaum jemand vorstellen, dass sie einmal dringend nötig sein werden. Ziel ist die Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit der Polizei Berlin. Erarbeitet wurde der Plan auf Grundlage von Modellen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Robert-Koch-Instituts (RKI). Demnach wurden Infektionsszenarien entworfen und ein Stufenmodell entwickelt:

Pandemiestufe I – krankheitsbedingte Abwesenheit von 15–30 % des Personals

Pandemiestufe II – krankheitsbedingte Abwesenheit von 30–50 % des Personals

Pandemiestufe III – krankheitsbedingte Abwesenheit von >50 % des Personals

Pandemie-Koordinierungsstelle COVID wird zum Krisenstab

Schon vor Erreichen der ersten Pandemiestufe hatte die Polizei ihre Einheiten in Kohorten getrennt und Vorbereitungen dafür getroffen, dass Einsatzkräfte aus dem Stab bereitstehen, um mögliche Ausfälle auf den Polizeiwachen auszugleichen. Nicht dringliche Aufgaben werden nachrangig behandelt, oberste Priorität ist die Aufrechterhaltung der Sicherheit in der Stadt.

„Auswirkungen für die Menschen in Berlin sind nicht spürbar“, betont die Polizei in Bezug auf die aktuelle Pandemiestufe I. Die Polizei hat eine Pandemie-Koordinierungsstelle COVID eingerichtet, die nunmehr als Krisenstab der Polizei agiert, um Informationen und Maßnahmen auf kurzem Dienstweg zu bündeln. Diese organisiert beispielsweise in dem Fall größerer Personalausfälle in einem Polizeiabschnitt, dass aus der zuständigen Direktion andere Polizeikräfte nachrücken. Dafür werden andere Maßnahmen wie Fortbildungen zurückgestellt. Davon ausgenommen sind allerdings „systemrelevante“ Ausbildungen wie das Schießtraining.