Sekundengenaue Anzeige

Berliner BVG testet neue Funktechnik für pünktlichere Züge

System wird auf der U2 schon erprobt und kann Züge selbst tief im Tunnel genau orten.

Author - Stefan Doerr
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Die Anzeigetafel ist oftmals unzuverlässig, doch das soll sich ändern.
Die Anzeigetafel ist oftmals unzuverlässig, doch das soll sich ändern.Emmanuele Contini

Wer kennt das bei der Berliner BVG nicht: Am Bahnsteig der U-Bahn zählt die Anzeige herunter, aber weit und breit kommt kein Zug. Das könnte sich bald ändern! Die BVG testet gemeinsam mit dem Berliner Startup MOXZ eine „weltweit neuartige“ Funktechnologie, die U-Bahnen auch tief im Tunnel ortet und die Ankunft sekundengenau  anzeigen soll.

Metergenaue Ortung der Züge möglich

Ziel ist, dass Fahrgäste künftig exakter erfahren, wann ihr Zug tatsächlich einfährt. „So werden die Ankunftsanzeigen auf den Bahnsteigen präziser und die Leitstelle behält den Betrieb sekundengenau im Blick“, teilte die BVG mit.

Erste Tests mit der neuen Funktechnologie laufen bereits auf der Linie U2. Für das Projekt werden Züge und Bahnhöfe mit speziell entwickelten Funkgeräten ausgestattet. Das System soll dauerhaft übermitteln, wo sich ein Zug befindet, wie schnell er fährt und wie viele Sekunden bis zur Einfahrt in den nächsten Bahnhof bleiben. Entwickelt wurde das System im Rahmen des Zukunftsortes Berlin Campus Charlottenburg.

Die neu entwickelte Technologie kann Züge auch tief im Tunnel orten.
Die neu entwickelte Technologie kann Züge auch tief im Tunnel orten.Florian Bündig/BVG

„Wenn es gelingt, die Bahnen auch im Tunnel jederzeit präzise zu lokalisieren, profitieren davon sowohl unsere Leitstellen als auch unsere Fahrgäste durch aktuellere Anzeigen, bessere Prognosen und mehr Transparenz im Betrieb“, sagte der BVG-Vorstandsvorsitzende Henrik Falk.

In einem Tunnel wird die Ortung der Züge erprobt.
In einem Tunnel wird die Ortung der Züge erprobt.Florian Bündig/BVG

Zeitangaben auf U-Bahn-Anzeigetafeln oft falsch

Bislang zeigen die Anzeigetafeln auf den Bahnsteigen meist nur Minuten bis zur nächsten oder übernächsten Bahn an, und das oftmals nicht zuverlässig. Unter Fahrgästen ist längst von der „BVG-Minute“ die Rede, die gefühlt auch zwei oder drei Minuten dauern kann. Mitunter verschwindet ein angekündigter Zug sogar ganz von der Anzeige, ohne dass er je eingefahren ist.

Ob die neue Technik dieses Ärgernis beendet, sollen die Tests auf der U2 zeigen. Sollte sich das System bewähren, könnte es künftig im gesamten Berliner U-Bahn-Netz eingesetzt werden.

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