Teststation in einer Apotheke: Dies nun auch in Berlin so sein. Foto: dpa

Seit einer Woche befindet sich Berlin im Test-Rausch. Die Nachfrage bei den Selbsttests ist groß, die Aldi und Lidl als erste Discounter verkauften. Jetzt kommt Rewe dazu. Dabei können die Berliner sich das Geld eigentlich sparen. Schließlich gibt es seit dem Frauentag auch die Zentren, in denen sich jeder wöchentlich einmal kostenlos auf das Coronavirus schnelltesten lassen kann. Die Stationen haben einen enormen Zulauf, in einigen sind schon bis Monatsende die Termine ausgebucht. Kein Wunder, dass jetzt die ersten Apotheker beim Testen mitmischen. 

Die Schnell- und Selbsttests nähren die Hoffnung der Berliner, dass durch sie mehr Lockerungen im jetzigen Lockdown möglich werden könnten – wie Familientreffen zu Ostern oder das Öffnen von Theatern und Kinos.

Mit 16 Testzentren ging es Anfang der Woche los, bei denen fünf ohne vorherige Terminbuchung arbeiten. Nun sind es bereits 49 Stationen. Darunter bieten nun auch acht Apotheken die kostenlosen Tests an. Wie die Adlershofer Easy-Apotheke von Christian Melzer, die ab kommender Woche Schnelltests durchführen wird.

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„Ich gehe davon aus, dass negative Tests Zugang zu Freiheiten verschaffen. Ich weiß, dass etwa viele Frauen sehnsüchtig auf einen Kosmetiktermin warten“, sagt Melzer. Auch wenn die Tests eine Relevanz von nur 24 bis 48 Stunden hätten. Die Zulassung zum Testen durch die Senatsgesundheitsverwaltung ging bei dem Apotheker um 3.14 Uhr in der Nacht zu Freitag per Mail ein. „Dort wird offenbar rund um die Uhr gearbeitet“, lobt Melzer.

Wenige Stunden später trafen auch die ersten von Melzer bestellten 325 Schnelltests ein – Vorrat für eine Woche. Von Montag bis Freitag werde es von jeweils 11 bis 13 Uhr nach Terminvereinbarungen die kostenlosen Tests geben – in einem separaten Raum. Zwei Mitarbeiter könnten täglich bis zu 60 Personen testen.

In drei Testzentren gibt es bis Ende März keinen Termin

Die Apotheken könnten den Ansturm auf die Testzentren entlasten. In Köpenick etwa gibt es am übernächsten Wochenende erst wieder freie Termine. Bis Ende März sind die vom DRK betriebenen Zentren in Zehlendorf, Reinickendorf und Spandau ausgebucht. Dass es sich lohnt, auch ohne Termin eines der fünf dafür vorgesehen Testzentren aufzusuchen, zeigt ein Selbsttest in der Max-Taut-Schule Lichtenberg, in der sich das Testzentrum Berlin Ost befindet. Vom Betreten der Testhalle dauerte es an einem Wochentag um die Mittagszeit genau 25 Minuten, bis das negative Testergebnis als Mail auf dem Handy eintraf.

Das Schnelltest-Zentrum  in der Kurt-Weiß-Sporthalle in Grunewald stehen die Menschen für einen Gratistest an. Foto: Imago/Zeitz

Nicht so einfach ist es, einen Selbsttest zu bekommen. Aldi bot sie vergangenen Sonnabend zuerst zum Kauf an. In den Filialen waren die Fünferpacks für 25 Euro binnen Minuten ausverkauft. Am Start war auch Konkurrent Lidl, der die Tests im Online-Handel anbot. Mit einem ähnlichen Ansturm dürfte nun bei Rewe zu rechnen sein. „Ab 15. März werden wir in unseren Filialen einzelne Selbsttests für 4,99 Euro anbieten“, sagt ein Sprecher dem KURIER. Auch Norma wolle kommende Woche mit dem Selbsttest-Verkauf starten. Bei Edeka prüfe man aktuell den Verkauf von Selbsttests, teilte eine Sprecherin dieser Zeitung mit.

Selbsttests beim Discounter: Bei Aldi waren sir rasch ausverkauft. Foto: Imago/Eibner

Beim schon längst geplanten Ladenverkauf musste der Drogeriemarkt DM schon einen Rückzieher machen. Man werde vorerst die Selbsttests im Internet verkaufen, „da die gelieferte Menge nicht ausreicht, um bundesweit 2040 Märkte angemessen versorgen zu können“, so Geschäftsführer Christoph Werner. Ähnlich verhält es sich beim Konkurrenten Rossmann, wo bereits die Produkte im Online-Shop ausverkauft sind.

Derzeit sind in Deutschland acht Selbsttests zugelassen. Allerdings raten Verbraucherschützer zur Vorsicht. Negative Testergebnisse seien wie die bei den Schnelltests in den Zentren nur eine Momentaufnahme. Schon am Folgetag kann der Getestete Corona-positiv sein.