Am U-Bahnhof Zoo blieben die Gitter für Fahrgäste geschlossen. Zwei Schichten der BVG legten die Arbeit nieder.
Die Menschen in Berlin bleiben vorerst von weiteren Warnstreiks bei Bussen und Bahnen verschont. Die Gewerkschaft Verdi teilte am Dienstag mit, dass sie im Tarifstreit mit den Verkehrsbetrieben BVG vorrangig auf Verhandlungen setzt. „Wir sind entschlossen, auf dem Verhandlungsweg zu einem Ergebnis zu kommen“, sagte Susanne Stumpenhusen. Zuletzt hatten die Mitarbeiter die BVG am vergangenen Samstag bestreikt. Der nächste Verhandlungstermin mit den Arbeitgebern ist für Mittwoch nächster Woche geplant.
Die Gewerkschaft fordert Einkommensverbesserungen oberhalb der Preissteigerungsrate, die zuletzt bei 2,3 Prozent lag. Die Arbeitgeberseite kam Verdi mit kürzeren Laufzeiten als bislang angeboten entgegen. Die Angebote für die rund 12.600 Beschäftigten der BVG und ihrer Tochter Berlin Transport reichen von plus 2 Prozent bei einer Laufzeit von einem Jahr bis zur stufenweisen Erhöhung um insgesamt bis zu 5,6 Prozent bei einem Abschluss für knapp drei Jahre.
KURIER: Warum quälen Sie die BVG-Fahrgäste so?
Stumpenhusen: Wenn sich am Verhandlungstisch nichts mehr bewegen lässt, ist ein Warnstreik das einzige und auch zulässige Mittel. Damit sollen nicht die Fahrgäste gequält, sondern der Arbeitgeber zum Einlegen gebracht werden. Die Verantwortung für einen Streik liegt niemals allein bei der Gewerkschaft.
Könnte der Streik doch noch in letzter Minute abgewendet werden?
Wir sind jederzeit gesprächs- und verhandlungsbereit. Allerdings müsste die Arbeitgeberseite dazu ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen.
Wie könnte ein Kompromiss im Tarifkonflikt aussehen?
Die Arbeitgeber bieten ein zu geringes Volumen an und wollen, dass der Tarifvertrag drei Jahre läuft. Beides passt nicht zusammen. Wenn das angebotene Volumen zum Beispiel mit einer Laufzeit von zwei Jahren verknüpft würde, wäre das sicherlich ein interessanter Vorschlag.
Wie viel Geld haben Sie denn in der Streikkasse?
Die Streikkassen sind gut gefüllt – aber ich sage ganz deutlich, dass wir an einer Streiksituation nicht interessiert sind, sondern auf eine faire Lösung am Verhandlungstisch setzen. Dazu müssen die Arbeitgeber allerdings die entsprechenden Vorarbeiten leisten.

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