Bizarrer geht’s kaum. Am Freitag treffen sich in Britz Dutzende Verschwörungstheoretiker – sie glauben an Ufos aus dem Dritten Reich, eine Militärbasis in der Antarktis und die große Aids-Lüge.
Ein schmuckes Restaurant am Britzer Damm, heute Abend 19 Uhr: Hier findet das Geheimtreffen der Ufo-Nazis statt. Sie alle glauben an die Existenz von Neuschwabenland, eine während des Zweiten Weltkrieges von Nazis gegründete deutsche Stadt unter dem Eis der Antarktis – in der jetzt die Gene der „Herrenrasse“ perfektioniert und fliegende Untertassen produziert werden.
Das große Thema des heutigen „233. Neuschwabenland-Treffens“, initiiert vom Zehlendorfer Peter S., ist allerdings ein anderes: Die große Aids-Lüge. Die (w)irre Annahme von S. und seinen Mitstreitern: Bei angeblichen Schutz- und Vorsorgeimpfungen werden von Ärzten absichtlich Krebs- und Aidsviren gespritzt. So soll die Menschheit langsam, aber sicher ausgerottet werden. Außerdem seien die hinter Flugzeugen entstehenden Kondensstreifen am Himmel in Wirklichkeit versprühte Gifte, die uns krank werden lassen.
Harmlose Spinner oder gefährliche, braune Ideologie? Der Berliner Verfassungsschutz kennt zwar das „merkwürdige Weltbild mit der rückwärts gerichteten Verklärung“ der Verschwörungstheoretiker, offiziell stehen die Neuschwabenland-Theoretiker aber nicht unter Beobachtung.
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