Ring frei zur nächsten Runde: Arbeitgebervertreter und Gewerkschafter trafen sich, um über einen neuen Tarifvertrag für die 12600 BVGer zu verhandeln.
Es gab drei neue Angebote: Bei einem Abschluss für zwölf Monate liegt das Angebot bei zwei Prozent mehr Geld ab Mai. Einigt man sich für zwei Jahre, gäbe es stufenweise Erhöhungen von insgesamt 3,6 bis 4,3 Prozent. Bei drei Jahren wurden stufenweise Erhöhungen von insgesamt 5,6 bis 6,3 Prozent sowie eine höhere Fahrerzulage offeriert.
KURIER: Warum quälen Sie die BVG-Fahrgäste so?
Stumpenhusen: Wenn sich am Verhandlungstisch nichts mehr bewegen lässt, ist ein Warnstreik das einzige und auch zulässige Mittel. Damit sollen nicht die Fahrgäste gequält, sondern der Arbeitgeber zum Einlegen gebracht werden. Die Verantwortung für einen Streik liegt niemals allein bei der Gewerkschaft.
Könnte der Streik doch noch in letzter Minute abgewendet werden?
Wir sind jederzeit gesprächs- und verhandlungsbereit. Allerdings müsste die Arbeitgeberseite dazu ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen.
Wie könnte ein Kompromiss im Tarifkonflikt aussehen?
Die Arbeitgeber bieten ein zu geringes Volumen an und wollen, dass der Tarifvertrag drei Jahre läuft. Beides passt nicht zusammen. Wenn das angebotene Volumen zum Beispiel mit einer Laufzeit von zwei Jahren verknüpft würde, wäre das sicherlich ein interessanter Vorschlag.
Wie viel Geld haben Sie denn in der Streikkasse?
Die Streikkassen sind gut gefüllt – aber ich sage ganz deutlich, dass wir an einer Streiksituation nicht interessiert sind, sondern auf eine faire Lösung am Verhandlungstisch setzen. Dazu müssen die Arbeitgeber allerdings die entsprechenden Vorarbeiten leisten.
Die Verhandlungskommission von Verdi empfahl, die Angebote abzulehnen. Man sprach von einer „Mogelpackung“. Neue Streiks drohen, Entscheidung am Dienstag.

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