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Samstag, 5. Januar 2013

Trauer um ihren großen Manni: Margot Honecker - beerdigt sie ihren Bruder in Berlin?

Von NORBERT KOCH-KLAUCKE

Margot Honecker: Trauer um ihren großen Bruder
Berlin –  

Plant Margot Honecker (85) ihre Rückkehr nach Deutschland? Die Ex-First-Lady der DDR trauert um ihren großen Bruder Manfred Feist (†82). Der wird in wenigen Tagen Berlin beerdigt.

Der Schwager von Erich Honecker (†1994): Jetzt wurde bekannt, dass Feist am 17. Dezember 2012 „nach langem Leidensweg friedlich eingeschlafen ist“. So steht es in der Todesanzeige.

Feist, der seit 1995 nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt war, profitierte von der Ehe seiner Schwester mit Erich Honecker. Er wurde 1966 Chef der Abteilung Auslandsinformation im SED-Zentralkomitee, war unter anderem für den Vertrieb von DDR-Propaganda-Literatur im Westen zuständig. Später beförderte Honecker ihn zum Mitglied des Weltfriedensrates und des DDR-Friedensrates.

Beliebt war Feist wohl nicht. Ein Insider schrieb 1984: „Er ist ein ungebildeter, sektiererischer Apparatschik. Von seinen Mitarbeitern wird er höhnisch ,Manni der Große’ genannt.“

Auch Honecker hielt sich auf Distanz. „Sein Verhältnis zum Schwager war wenig familiär. Manfred war nicht übermäßig mit Intelligenz ausgestattet. Sie reduzierte sich auf das sorgsame Ablesen vorgeschriebener Reden. Dagegen entging seiner starken Brille kein Frauenpopo, wie man hörte“, so Georg Melzer, Margot’s Ex-Chauffeur.

Dennoch wurde Feist zum Vertrauten der Honeckers. Als das Paar 1991 nach Moskau floh, vertrauten sie ihm zwei Koffer mit Fotos, Briefen und geheimen Dokumenten an. Feist gelang es nicht, diese Koffer den Honeckers über geheime Kanäle nachzuschicken. Sie landeten stattdessen bei der Presse. In einem Koffer lag auch ein brisanter Brief von Feist. In dem dreiseitigen Schreiben von 1990 prangerte er die Schachergeschäfte der einstigen Genossen an, wie sie sich nach der Wende gierig Villen aus dem SED-Besitz unter den Nagel gerissen hatten.

Feist (liebte Mozart und Swing-Musik) hatte bis zu seinem Tod engen Kontakt zu seiner Schwester. Gut möglich, dass Margot am 17. Januar zur Beisetzung nach Pankow kommt.

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